Logitech G603: Review von -November 15th, 2017 at 6:47 pm

Pro

  • Gute Ergonomie
  • Starker Sensor
  • Extrem lange Batterielaufzeit
  • Wireless-Technologie fehlerlos
  • Schnelle Reaktionszeit
  • Software nicht zwingend
  • Fairer Preis

Contra

  • Etwas mehr Grip wünschenswert

Mit der G603 führt Logitech den neuen HERO-Sensor ein und landet damit einen absoluten Volltreffer.

Mit der Logitech G603 folgt das Unternehmen dem technischen Grundsatz, dass es nur eine Richtung kennt und zwar gerade aus.

 

Bei kabellosem Gaming gibt es viele Punkte, die gegen eine Anschaffung sprechen. Gerade dann, wenn es um die Akku-/Batterielaufzeit der verschiedenen Peripherie geht, vergeht einem oft der Spaß. Denn meist sind nur wenige Stunden unter Dauerbelastung möglich, anschließend muss geladen oder getauscht werden. Das ist dann besonders ärgerlich, wenn man die aktuelle Restlaufzeit nicht mehr auf dem Schirm hat und mitten im entscheidenden Kill beim Ego-Shooter die Maus den Geist aufgibt. Unter anderem diesem Problem wollte Logitech Abhilfe schaffen. Da Technik nur eine Richtung kennen sollte, und das ist Fortschritt, entwickelte man kurzerhand den besten Sensor, den es auf dem Markt gibt. Der sogenannte HERO-Sensor soll die kabellose Gaming-Maus revolutionieren.

 

 

Optisch unscheinbar

 

Auf den ersten Blick könnte die Maus bei einem einfachen Laptop mit im Lieferumfang enthalten sein. Warum? Sie ist unscheinbar, schlichtes Schwarz an den Seiten, etwas gräuliche Oberfläche und das bekannte „G“-Logo auf dem Rücken. Auf der rechten Seite ist sie ganz leicht gewölbt, auf der linken, für die Ergonomie, natürlich etwas mehr. Hebt man die obere Platte ab, sieht man auch schon in etwa das „Innere“ der Maus. Aber mal ehrlich, viel zu sehen gibt es natürlich nicht, auch zum Schutz. Lediglich die beiden AA-Batterien sind das Interessanteste. Ein Unterschied, den man als Logitech-Kenner findet ist, dass man hier kein USB-Kabel alternativ anschließen kann. Es ist eine reines Stück kabelloser Gaming-Peripherie.

 

Unscheinbarer Luxus

Vorne sind natürlich die rechte und linke Maustaste zu finden, leicht dahinter das Mausrad. Noch ein kleines Stückchen dahinter befindet sich der DPI-Switch und eine kleine LED. Das Lichtlein zeigt beim Wechseln die verschiedenen, bis zu fünf, Einstellungen an, die via Software konfiguriert werden können. An der linken Seite sind die mittlerweile zum Standard gewordenen zwei Tasten. Eine besondere „rutschfeste“ Beschichtung findet sich nicht. Alle sechs Tasten lassen sich ebenfalls selbst programmieren. Die Buttons befinden sich auch an den richtigen Stellen, sodass man nicht seine Hand verrenken muss, um an alles zu kommen.

 

An der Unterseite finden wir noch einen Schieberegler, der drei verschiedene Einstellungen hat. Standardmäßig ist dieser ganz unten, was so viel bedeutet wie: die Maus ist aus. Die mittlere Einstellung ist der „Low“-Mode. Die oberste Einstellung ist dementsprechend der „High“-Mode. Auf diese beiden Modi werden wir später noch eingehen. In der Mitte der Unterseite befindet sich der Sensor und rechts daneben noch eine kleine Anzeige für Bluetooth. Insgesamt bietet die G603 kein optisches Spektakel, wirkt aber auch nicht wie hingerotzt. Schwarz und schlicht, passt sich also jedem Setup an. Verarbeitungstechnisch kann man nichts bemäkeln. Keine Stelle wirkt billig verarbeitet, auch die Anzeigen via Licht sind nicht schief oder sehen anders komisch aus. Top!

 

 

Lightspeed-Technologie und mehr

 

Dank der vom schweizerischen Unternehmen entwickelten Lightspeed-Technologie gibt es keinerlei Verzögerung bei der Benutzung. Verbunden werden kann die Maus entweder direkt über Bluetooth oder mit einem Verlängerungskabel für das Bluetooth-Dongle, falls der Rechner weiter weg von der Maus ist. Und wie bereits erwähnt, gibt es zwei Einstellungen, die gewählt werden können. Im High-Mode arbeitet der Sensor mit 1.000 Hz! Im Low-Mode mit etwa 125 Hz, ändert aber nichts an der Funktionalität. Die hohe Einstellung ist auch nur dann sinnvoll, wenn man wirklich eine so hohe Rate braucht, wie bei Ego-Shootern im Profi-Bereich. Den Unterschied von einer Millisekunde Signalrate, oder acht ms sind dann irgendwann doch bemerkbar. Die niedrige Einstellung ist um einiges energieschonender bei gleicher Funktionsweise.

 

Der HERO-Sensor (High Efficiency Rated Optical) ist nicht nur extrem effizient, was die Energie angeht, wie ihr im nachfolgenden Absatz erfahrt, sondern auch auf Leistung getrimmt. Was früher immer als Kompromiss zwischen beidem galt, setzt Logitech in beeindruckender Weise um. Der HERO unterscheidet sich kaum, aber deutlich vom PMW3366-Sensor, der bisher genutzt wurde. Der Neue arbeitet mit einer Spanne von 200 bis 12.000 DPI und kann demnach für alle Zwecke eingesetzt werden. Im Inneren befindet sich außerdem ein 32-bit-ARM-Prozessor, auf dem die Einstellungen der Maus gespeichert werden können. Das ermöglicht es, die Maus an allem zu nutzen, wo es geht, ohne erforderliche Software.

 

 

18 Monate ohne Batteriewechsel!?

Laut Logitech halten die Batterien knapp 500 Stunden, wenn man täglich acht Stunden damit werkelt. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf die Einstellung „High“. Bei der geringeren Einstellung sollen die Battieren – Achtung! – 18 Monate halten!

 

Dies lässt sich natürlich nicht so einfach nachweisen, da die Maus zum ersten Mal auf der diesjährigen gamescom präsentiert wurde. Schaut man sich allerdings die Batterielaufzeit innerhalb der Logitech Gamingsoftware an, sind nach knapp einer Woche immer noch alle Balken dort, wo sie sein sollten. In Sachen Effizienz ist die Maus demnach ein wahres Biest. Um die Maus zu betreiben, sind allerdings nicht zwingend beide Batterien notwendig, es reicht eine einzige. Wer zur Sicherheit lieber auf Akkus setzt, der kann diese natürlich einsetzen.

 

Das beeinflusst selbstverständlich auch das Gewicht der G603. Mit beiden AA-Batterien im Inneren wiegt die Maus etwa 136 Gramm, mit einer 112 Gramm. Sie liegt dabei gut in der Hand und das Gewicht ist in einem optimalen Bereich. Man führt keine Feder, aber auch keinen Ziegelstein über sein Mauspad und ist dabei erstaunlich kompatibel mit allem. Egal, ob es das präzise Arbeiten mit Bildbearbeitung ist, das einfache Klicken in Echtzeit-Strategiespielen oder präzises Aiming bei Shootern. Die Logitech G603 lässt keine Wünsche in der Funktionalität offen. Während des Tests gab es auch keinerlei Verbindungsabbrüche, Störungen oder sonstige Latenz-Probleme.

 

 

Heatmap und Macros

 

Typisch für eine Gaming Maus sind natürlich verschiedene Anpassungsmöglichkeiten via Software. Die Logitech Gamingsoftware ist auch hier im Einsatz und bietet einige Vorteile. Dazu sei aber vorher noch erwähnt, dass sie nicht zwingend genutzt werden muss. Auch ohne zusätzliche Installation lässt sich die G603 voll funktionstüchtig nutzen. Dort kann man sich dann schlussendlich entscheiden, ob man die Einstellungen des integrierten Speichers nutzen möchte, oder die, die auf dem PC gespeichert sind. Wie gewohnt lassen sich auch alle sechs Tasten frei programmieren und mit Macros oder sonstigen Einstellungen ausrüsten. Auch verschiedene Profile für verschiedene Spiele lassen sich anlegen. Im nächsten Schritt können manuell die Signalrate der Maus gewählt und die DPI-Schritte eingestellt werden. Dabei kann man zwischen einer und fünf Einstellungen wählen. Zu guter Letzt gibt es noch die bekannte Heatmap. Wer gerne mit Lichtern spielt, dem fehlt hier eine Möglichkeit, dies zu variieren. Problem ist nämlich, dass es keine leuchtenden Elemente, außer Indikator-LEDs gibt.

 

 

Fazit

 

Logitech beeindruckt einen wirklich immer weiter. Angefangen bei der Lightspeed-Technology, die eigentlich alle Probleme bei dem kabellosen Umgang mit Peripherie ausgemerzt hat, bis hin zur Power-Mat, die die Maus während dem Benutzen auflädt. Und nun der neue HERO-Sensor, der wirklich den Vogel abschießt. Die Schweizer zeigen uns, was heutzutage alles möglich ist. War es vorher immer schwierig, eine gute Leistung bei einem Sensor zu haben, der gleichzeitig eine „lange“ Batterielaufzeit besitzt, ist Letzteres nun eigentlich Geschichte. Seien wir mal ehrlich, 500 Stunden Mindestlaufzeit entsprechen knapp zwei Monate. Welche andere Maus hält auch nur ansatzweise solange ohne neue Ladung aus? Die G603 ist der Traum jener, die auf keinen Fall auf eine kabellose Maus verzichten wollen. Sie arbeitet präzise und schnell, hat, wie bereits erwähnt, eine erheblich hohe Batterielaufzeit und kann ohne Kritik den Test durchstehen. Sicherlich mag das Gewicht bei zwei Batterien im Inneren der Maus etwas gewöhnungsbedürftig sein, stört aber nicht wirklich. Die technischen Qualitäten der Logitech G603 überzeugen auf ganzer Linie und sind eine klare Empfehlung! Insgesamt die beste (kabellose) Maus, die ich bisher gesehen habe. Wer knapp 70 bis 80 Euro übrig hat, macht keinen Fehler.

Logitech G603: Review
the author

Neben Strategie-Spielen, mit denen mein Leben als Zocker begann, hege ich große Liebe zu Rollenspielen und Shootern gleichermaßen. Musikalisch bewege ich mich am liebsten im deutschen Rap und allgemein im (Hard)Rock. Als Redakteur konnte ich bereits bei spieletipps erste Erfahrungen sammeln und seit Mitte 2015 schreibe ich für die Redaktion von shooter-szene.de

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1 Readers Commented

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  1. Jens Schröder
    Jens Schröder on 15. November 2017

    Nett, aber Wireless-Gaming wird es bei mir nicht geben. 🙂 Für meine Ansprüche hat die Maus leider zu wenige Funktionen. Man hätte das Mausrad noch mit 2 Tasten versehen können. Nach Links und Rechts schieben. Das finde ich in sehr vielen Spielen wahnsinnig praktisch. daraus landen bei mir dann immer die 9 und die 0. Auf den beiden Seitentasten dann die 7 und 8. 1-6 lassen sich mit der Hand an der Tastatur dann gut erreichen.

    Das wäre jedenfalls eine Must Have Funktion für mich.

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