Review: Total War – Warhammer von -Juni 23rd, 2016 at 3:40 pm

Pro

  • Warhammer Universum
  • Vereinfachung für Einsteiger
  • Belagerungen vereinfacht
  • Legendäre Helden mit Skillbäumen
  • Agenten im Kampf einsetzbar
  • Bessere KI
  • Jede Fraktion individuell
  • Unterstützung für Mods

Contra

  • Stellenweise zu einfach
  • Nur zwei Layouts bei Belagerungen
  • Chaos nur mit DLC spielbar
  • Kampagne stellenweise zu einfach und zu kurz
  • Wichtige Fraktionen fehlen komplett
Total War: Warhammer Award

Total War: Warhammer macht vieles für Einsteiger einfacher, fährt damit aber ein paar Franchise-Veteranen vor den Karren und streicht an manchen Stellen zu viel. Dennoch weiß das Spiel zu überzeugen und stellt das revolutionärste Total War der Serie dar.

Da ist es nun also – Total War: Warhammer. Das, worauf viele Warhammer- und Total War-Fans gewartet haben, denn hier verbinden sich die beiden beliebten Franchisen.

 

Um eines aber bereits vorweg zu nehmen: Total War: Warhammer vermindert die Schwierigkeit in der Kampagne. Dabei legt die Serie eigentlich großen Wert auf die Komplexität eben dieses Modus. Ob sich das gut oder eher weniger gut auswirkt und wie sich der Titel im Allgemeinen anfühlt, erfahrt ihr in unserer Review.

 

Generelles Gameplay

 

Fakt ist, dass Creative Assembly und Sega einen großen Schritt gehen und sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne eine Revolution erfolgt. Außerdem haben wir wohl die größten Möglichkeiten innerhalb der Schlachten wie noch nie. Ob wir mit riesigen Fledermäusen eine ebenso riesige Festungsmauer aus dem Weg räumen, Spinnen auf Steampunk-Panzer jagen oder via Zaubersprüche dem Gegner einen Kometen auf die Zwölf zimmern. Es ist einfach herrlich, wie gut Total War und diese epischen Fantasyschlachten zusammenpassen. So geschieht der größte Serienfortschritt seit Jahren. Dennoch gibt es auch einige Dinge, die fehlen. Vieles können wir tun, vieles können wir aber auch nicht tun. Und damit ist Total War: Warhammer ebenso revolutionär wie einfach, denn einige traditionelle Features und Spielmechaniken fehlen. Somit haben wir in diesem Jahr eines der einfachsten Total War-Ableger bekommen, die es gibt. Somit ist es zwar sehr einsteigerfreundlich, doch wie wirkt sich das auf längere Zeit und den Spielspaß aus?

 

Wichtige Fraktionen wurden ausgeklammert

Trotz frischem Wind durch das Warhammer-Universum gibt es dennoch einige Mechaniken, auf die wir uns weiterhin verlassen können und die es selbstverständlich immer noch gibt, beispielsweise die Kampagnenkarte auf der wir von Runde zu Runde unser Imperium aufbauen, verbessern, mächtige Armeen zusammenstellen und Anführer rekrutieren. Die Schlachten führen wir dennoch in Echtzeit auf den verschiedensten Gebieten. In diesem Ableger stürzen wir uns als einer von vier – oder fünf – Fraktionen in den Kampf um die Weltherrschaft. Die spielbaren Fraktionen sind das Imperium (der Menschen), die Zwerge, die Grünhäute oder die Vampirfürsten. Richtig, eine Fraktion fehlt noch, und zwar die Fraktion des Chaos, diese ist jedoch Vorbestellern vorbehalten. Keine Angst, das Spiel beherbergt noch einige andere Fraktionen, die von der KI gesteuert werden. Leider wurden trotzdem einige, je nach Standpunkt des Betrachters, wichtige Fraktionen ausgeklammert und nicht mit in das Spiel übernommen – weder als spielbare Fraktion, noch von der KI gesteuert. Es handelt sich hierbei beispielsweise um die mutierten Ratten der Skaven, die wir von Vermintide kennen, und die Waldelfen. Das Ritterreich Bretonia ist zwar im Spiel integriert, kann aber ohne Mods nicht vom Spieler gesteuert werden. Wer sich im Warhammer-Franchise auskennt wird definitiv einiges vermissen. Auch Total War-Kenner dürften erschrecken, denn die Serie ist durch ihre Vielfalt an verschiedenen Fraktionen bekannt, doch momentan gibt es lediglich vier, maximal sechs.

 

Total War: Warhammer

 

Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, denn noch nie haben sich die verschiedenen Fraktionen in einem Total War-Spiel so stark differenziert und gehen so unterschiedlich vor. Während die Menschen und damit das Imperium natürlich auf eine schöne Umgebung großen Wert legen, halten es die Vampirfürsten anders. Kein Vampir mag schön anzusehende Blumen oder Vögel, die ihre Lieder trällern. Dafür bilden sie spezielle Agenten aus und bauen spezielle Gebäude, um eine Spur der Verderbnis zu hinterlassen. Diese ist wichtig, denn vampirische Einheiten dürfen sich nur durch diese korrumpierten Provinzen bewegen, andernfalls erleiden die Truppen Schaden – Daywalker á la Blade gibt es also nicht. Positiv für uns ist es dann, wenn nicht-vampirische Einheiten sich durch dieses verdorbene Land bewegen, denn dann erhalten wir einen Blutzoll. Wenn wir benachbarte Provinzen verderben, können wir auch einen Putsch auf den Plan rufen, der die Arbeit für uns übernimmt und sich um die sterblichen Besatzer kümmert. Die anderen Fraktionen haben natürlich auch andere Vorzüge – wirklich die, bereits im Vorfeld selbst ernannte, größte Leistung.

 

Die (fehlende) fünfte Fraktion

 

Eigentlich sollte die fünfte Fraktion, die Chaoskrieger, ein Gimmick sein, das nur die Vorbesteller erhalten sollten. Nach großem Aufschrei gab es diese innerhalb der ersten Woche nach Release für alle Käufer dazu, solltet ihr nicht dazu gehören, könnt ihr sie euch via DLC noch nachkaufen – aktuell für 7,49 Euro auf Steam. Schaut man sich das Franchise jedoch etwas genauer an, dann wird klar, dass dies eigentlich der größte Humbug ist, den es gibt. DIE Fraktion, wenn es um das größte Übel in diesem Universum geht, als DLC anbieten. Und dann auch noch fürs Erste nur für Vorbesteller angedacht. Für alle, die sich nicht mit dem Warhammer-Universum auskennen gibt es passende Vergleiche. Denn das wäre so, als würde man Spiele rund um den Herrn der Ringe ohne das Reich Mordor oder die Star Wars-Spiele ohne das Imperium veröffentlichen. Ihr merkt also, es fehlt doch eine große, wenn nicht sogar die größte Rolle, des Franchises.

 

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es aber dann doch noch, solltet ihr das Chaos nicht als spielbare Fraktion auf eurer Seite wissen, hat diese dennoch einen Auftritt in der Kampagne. So nimmt das übelste Böse von allen eine Rolle im Spiel ein, jedoch nur exklusiv im Sinne der KI. Versetzt man die Chaoskrieger in das Setting der anderen Teilen, wären sie wohl am ehesten mit den Hunnen oder Mongolen zu vergleichen, die auf ihrem Weg alles niederbrennen und schlachten, was ihnen in die Quere kommt. So bietet sie eine wirklich spannende Herausforderung, denn ähnlich wie die Vampire haben sie Botschafter des Chaos, die ihre Herrschaft verbreiten wollen und, wenn wir nicht aufpassen, drohen in unseren Städten schlimme Aufstände. Taktisches Vorgehen ist hier also sehr wichtig. An sich ist die Chaos-Fraktion definitiv ein wichtiger und hervorragender Teil von Total War: Warhammer, nur ist es mehr als schade, dass wir nicht ohne DLC in den Genuss der brandschatzenden Horde ohne feste Städte kommen dürfen.

 

Total War: Warhammer

 

Mehr Rollenspiel, mehr Helden

 

Um noch mehr Fantasy in das Spiel zu bringen, wurde das Total War-Franchise um weitere Rollenspiel-Aspekte erweitert. Zu Beginn einer Kampagne müssen wir zunächst eine Fraktion auswählen. Haben wir diese schwere Entscheidungen getroffen, die im Warhammer-Ableger momentan jedoch noch relativ übersichtlich ist, folgt sogleich die nächste. Denn: Es gibt nun jeweils zwei legendäre Fraktionsführer, aus denen wir uns einen erwählen dürfen – oder müssen. Haben wir uns entschieden, können wir im weiteren Spielverlauf immer noch den Zweiten freischalten und rekrutieren, es ist also keine wirklich endgültige Entscheidung, die wir treffen. Alle Helden, Kommandanten und Agenten, die wir rekrutieren, können und werden wir durch Schlachten oder eben Sabotage-Aktionen leveln – in feinster Rollenspiel-Manier.

 

Gewaltige Boni, mächtige Helden

Steigen sie ein Level auf, gibt es Fähigkeitspunkte, die wir in den bisher größten Fähigkeitsbäumen der Seriengeschichte ausgeben dürfen und wirklich, das Leveln und Verbessern unserer Helden macht unheimlich viel Spaß!

 

Dabei können wir unsere Kommandanten auf verschiedene Dinge spezialisieren und legendäre Helden können später sogar noch exklusive Punkte freischalten, die ihnen gewaltige Boni gewähren. Generell können wir aber darauf setzen, ob unser Anführer sich eher auf die lokalen Provinzen spezialisiert und Korruption durch Vampire oder Chaos reduziert und gleichzeitig die Baukosten der lokalen Provinz senkt, oder gehen wir doch auf den militärischen Anführer, der unseren Einheiten Boni auf Angriff und Verteidigung gewährt? Als dritte Option gibt es noch den epischen Anführer, der großen Wert auf Führungskraft legt und auf der Kampagnenkarte weiter marschieren kann. Wer es lieber mit einem Allround-Talent versuchen will, kann natürlich in alle drei Unterbäume investieren.

 

Total War: Warhammer

 

Einen weiteren taktischen Vorteil bieten uns in Total War: Warhammer die Agenten. Haben sie früher noch passive Rollen eingenommen und waren eigentlich in erster Linie nur für Sabotage-Aktionen an verfeindeten Fraktionen gut, haben sie nun die Möglichkeit sogar aktiv im Kampf mitzumischen – und auch sie haben ähnliche Fähigkeiten in ihren Skillbäumen wie unsere Helden. So erweitern sich unsere strategischen Möglichkeiten um ein Vielfaches. Auch unsere Fraktionschefs sind nicht nur zum Kämpfen da, sondern sie können auch einzigartige Quest-Kämpfe freischalten, an deren Ende es einige der besten Items des Spiels gibt. Exakt. Es gibt nun Items, die sich die Helden verdienen können und die sie noch um ein Vielfaches besser machen, als sie ohnehin schon sind. Leider werden diese epischen Schlachten nicht genügend hervorgehoben und verschwimmen zu deutlich, trotz der kurzen Zwischensequenzen. Hier wäre noch mehr möglich gewesen.

 

Review: Total War – Warhammer

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the author

Neben Strategie-Spielen, mit denen mein Leben als Zocker begann, hege ich große Liebe zu Rollenspielen und Shootern gleichermaßen. Musikalisch bewege ich mich am liebsten im deutschen Rap und allgemein im (Hard)Rock. Als Redakteur konnte ich bereits bei spieletipps erste Erfahrungen sammeln und seit Mitte 2015 schreibe ich für die Redaktion von shooter-szene.de

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