Rise of the Tomb Raider ohne Multiplayer?

Rise of the Tomb Raider bietet ja bekanntlich keinen klassischen Multiplayer-Modus mehr. Warum das aber auch genau richtig ist und perfekt zum Spiel passt, verraten wir euch hier.

 

Nachdem das Tomb Raider Franchise nach dem Erscheinen von Tomb Raider Underworld im Jahre 2008 gute fünf Jahre Pause eingelegt hatte, veröffentlichte Square Enix dann 2013 den nächsten Teil mit dem schlichten Titel Tomb Raider. Bei diesem handelte es sich quasi um das Prequel der gesamten Reihe und zeigte die noch junge Lara in ihrem ersten großen und lebensgefährlichen Abenteuer.

 

Für dieses Reboot der Serie entschied sich der Entwickler Crystal Dynamics dafür, diesem Ableger erstmals in der gesamten Tomb Raider Geschichte einen Multiplayer-Modus zu spendieren und somit den Langzeitspielspaß zu garantieren.

 

Auf ins Gefecht

 

Ich weiß ja nicht wie es bei euch war, aber ich muss gestehen, dass ich, trotz dass ich ein sehr großer Fan der Reihe und auch des 2013er Reboots war, den Multiplayer-Modus nicht wirklich viel gespielt habe. Dafür gab es meiner Meinung nach zwei Gründe.

 

 

Tomb Raider Multiplayer

 

 

Erstens ist und war jeder Tomb Raider Teil in erster Linie ein Singleplayer Spiel, welches den Spieler durch eine spannende Story und interessanten Mythologien an den Bildschirm fesseln sollte. Man möchte Schätze finden, Katakomben erforschen, Rätsel lösen und den Geheimnissen der Menschheit auf den Grund gehen. Es gab doch nichts befriedigenderes, als wenn man nach mehreren Fehlversuchen und hin und her probieren, endlich das Rätsel geknackt und die Mechaniken verstanden hatte so dass man dann mit Konzentration und dem richtigen Timing eine knifflige Passage hinter sich lassen konnte.

 

Zweitens bot der Multiplayer-Modus meiner Meinung nach einfach nichts Neues. Wie in jedem anderen Multiplayer Spiel stürzte man sich in leicht abgewandelte aber dennoch sehr bekannte Spielmodi. Zudem verdiente man sich Erfahrungspunkte durch die man neue Fertigkeiten freischalten konnte, auch nichts Neues für Multiplayer Spiele. Lediglich die während des Matches anpassbaren Waffen boten einen Funken an taktischer Vielfalt. Natürlich bedienen sich auch viele andere Spiele an diesen eben genannten Spielmechaniken, trotzdem wurde ich in Tomb Raider mit dem Multiplayer einfach nicht warm. Zudem gab es zu Beginn auch zu wenig Maps, welche man aufgrund fehlender Besonderheiten auch schnell satt hatte.

 

Ein weiteres Problem, welches der Multiplayer von Tomb Raider zusätzlich hatte war die schnell sinkende Anzahl an Spieler. Man hatte sehr bald Probleme die Teams mit menschlichen Mitstreitern zu füllen was mit ewig langen Wartezeiten endete. Vermutlich blieben die Spieler genau wie ich aus den zwei eben genannten Gründen aus.

 

Next Try Rise of the Tomb Raider

 

Schon mal eins vorab, nein, Rise oft he Tomb Raider besitzt keine Multiplayer-Modus mehr, zumindest nicht im klassischen PvP Sinne. Trotzdem hat man die Möglichkeit sich mit anderen Spielern zu messen und seine Fertigkeiten unter Beweis zu stellen.

 

Dazu gibt es im aktuellen Tomb Raider Ableger den sogenannten Expeditions-Modus. Hier gibt es mehrere verschiedene Modi wie zum Beispiel Punktangriff oder Widerstand der Verbliebenen, in denen man Herausforderungen und Aufträge erledigt und dadurch Punkte sammelt. Mit diesen Punkten kann man sich anschließend mit Freunden und allen anderen Spielern vergleichen.

 

 

Rise of the Tomb Raider Punktangriff

 

 

Im Spielmodus Punktangriff spielt man wieder ganz normal einen bestimmten Spielabschnitt und versucht bis zu fünf vorher festgelegte Herausforderungen zu meistern. Zu diesen Herausforderungen gehören unter anderem verschiedene Speedruns, bei denen man den Spielabschnitt jeweils in einem vorgegebenen Zeitrahmen abschließen muss, Kettenreaktionen, bei der man eine bestimmte Anzahl von Kombopunkten sammeln muss, oder auch einfache Überlebensherausforderungen wo man, wie der Name ja schon sagt, den jeweiligen Abschnitt ohne einen virtuellen Tod schaffen muss.

 

Zusätzlich kann man in jeden Lauf bis zu fünf Sammelkarten einsetzen, die einem nicht nur bestimmte Fertigkeiten oder Ausrüstungen gewähren sondern beispielsweise auch einen prozentualen Bonus auf die verdienten Punkte geben können. Auch der Big-Head-Modus lässt sich über einige bestimmte Karten für den Expeditions-Modus aktivieren.

 

Der zweite sehr interessante Expeditions-Spielmodus ist Widerstand der Verbliebenen. Hier stürzt man sich in eine Mission, in der man jeweils fünf Teilaufträge erledigen muss. Diese werden wie vorgegeben einfach der Reihe nach absolviert. Diese Aufträge umfassen zum einen relativ einfache Aufgaben, wie Relikte sammeln, Dokumente beschaffen oder Gefangene befreien, bieten aber auch teilweise sehr anspruchsvolle Aufgaben, in denen man dann Trinity Soldaten, Unsterbliche und letztendlich sogar auch Bären töten muss. Für jede Mission stehen einem zehn vordefinierte Sammelkarten für Ausrüstung und Fertigkeiten zur Verfügung.

 

 

Rise of the Tomb Raider Widerstand der Verbliebenen

 

 

Der eigentliche Clou an der ganzen Missionsgeschichte ist aber, dass man auch selber Missionen erstellen kann. Das heißt fast alle auswählbaren Missionen kommen direkt von der Community. Außerdem sind die Missionen mehrere Stunden aktiv, so dass man auch mehrere Versuche hat sich an die Spitze des jeweiligen Missionsrankings zu spielen, denn nur wer nach Ablauf des Zeitrahmens ganz oben steht bekommt die zusätzliche Missionsbelohnung in Form von Sammelkartenpacks.

 

Richtig so

 

Bravo Crystal Dynamics. Meiner Meinung nach wurde hier für Rise oft he Tomb Raider eine verdammt gute Lösung für die Multiplayer Komponente gefunden. Man spielt quasi den, wenn auch leicht veränderten, Singleplayer-Modus, hat aber trotzdem den Ehrgeiz und Konkurrenzgedanken wie in anderen Multiplayer Titeln.

 

Zum einen brauch man sich als Entwickler keinen Stress mit neuen Maps oder ähnlichem machen, Maps die letztendlich dann wahrscheinlich eh kaum Leute spielen. Nicht in allen Spielen macht ein klassischer Multiplayer-Modus Spaß und Tomb Raider gehörte leider dazu.

 

Zum anderen weckt man durch diese Vegleichsmechanik den Ehrgeiz der Spieler, zumindest hat das bei mir wunderbar funktioniert. Der Spieler kann die bekannte Gebiete aus dem Hauptspiel nochmals spielen, besser spielen, schneller spielen und sich gleichzeitig mit dem Rest der Welt messen. Zudem kann man sich aktiv am Erhalt und der Langlebigkeit des Multiplayers beteiligen, in dem man der Community fleißig Missionen beisteuert.

the author

Ich zocke eigentlich so ziemlich alles an Action Kram, was mir in die Finger kommt, bevorzugt natürlich Shooter und Action Adventure wie beispielsweise Battlefield und die Tomb Raider Reihe. Allerdings bezeichne ich mich auch gern mal als Teilzeit-Videospiel-Masochist, da auch Bloodborne und die Dark Souls Reihe mir schon hunderte Stunden meiner Lebenszeit geraubt haben. Aber diese Stunden waren es wirklich wert! Praise the sun!

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2 Readers Commented

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  1. Shooter-Szene.de

    Denke auch, dass es um einiges aufwendiger ist ne Singleplayer Komponente zu basteln als den Multiplayer part. Und hier passt es meiner Meining nach einfach sehr gut, dass man die schön designten und stimmingen Level für zusatzliche Modi benutzt. Besser so als schnell hingefuschte Multiplayer Maps. (SC)

  2. Björn Schulz

    Als Game Desígner Gründe zufinden wieso ein Game Singeplayer ist, geht schnell, genau so einfach wär es aber diese zu finden um es Coop zu gestalten.

    Der Grund? Weniger Entwicklung, weniger Kosten. Alles andere? Ne Ausrede ^^

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