Rainbow Six Siege – Kopf oder nicht Kopf

Rainbow Six Siege ist ohne Zweifel ein guter, aber noch lange kein perfekter Shooter. Denn bei aller Liebe zu Taktik, muss man mit so viel Köpfchen spielen?

So schlecht dieses Wortspiel auch ist – es trifft den Nagel auf den besagten Kopf. Kein anderer Körperteil wird in der Community von Ubisofts Team-Shooter so hitzig diskutiert. Aber warum genau?

 

Die zum Teil sehr kopflosen Diskussionen lassen sich auf drei Themenfelder zusammenfassen: Headshot-Kills, Hitboxen und Player-Kamera. In Siege ist bekanntlich jeder Schuss in den Kopf ein sofortiger Kill, egal mit welcher Waffe er erzielt wurde. Schon hier setzen die Diskussionen an – sollte in einem Shooter wie Siege, der hohe E-Sport-Ambitionen anmeldet, ein Kopfschuss zum direkten Tod führen und damit, so die Kritiker, dem Gunplay-„Skill“ nehmen?

 

Es stimmt definitiv, dass Rainbow Six Siege sogenanntes „Spray and Pray“ leicht belohnt. Damit ist gemeint, dass man einfach willkürlich auf den Gegner einschießt und dann zufällig seinen Kopf trifft. Dazu kommt erschwerend, dass „Strafing“ im Spiel keine Auswirkungen auf die Genauigkeit eurer Schüsse hat. Strafing bezeichnet das schnelle Movement von rechts nach links, ihr hampelt quasi hin und her und bietet dem Gegner somit kein ruhiges Ziel. Logisch und vor allem wünschenswert wäre natürlich, wenn derartige Hampeleien die Genauigkeit der Schüsse beeinflussen, denn das derzeitige Modell führt dazu, dass geübte Spieler das Strafing ohne Ende ausnutzen.

 

Rainbow Six: Siege - 3

 

Kopfschüsse sind also oftmals sehr leicht zu erzielen, was auch bedingt ist durch das zweite Diskussionsthema: Die Hitboxen. Die sind nämlich fragwürdigerweise in Rainbow Six Siege nicht für jeden Operator gleich, sondern unterscheiden sich je nach Helm. Das liegt einfach daran, dass der Helm eines Operators ebenfalls zum Kopf zählt. Gerade die deutschen GSG-9 Spezialisten haben dadurch ziemlich aufgeblasene Schädel – schießt man zum Beispiel in die Ohrschützer, dann wertet das Spiel dies als Kopfschuss. Das finden nicht nur wir ein bisschen fail.

 

Doch kein Thema wird derzeit so oft durchgekaut wie das der Player-Kamera. Die Spieler fragen sich, wo genau sie denn jetzt sitzt. In den Augen, dem Kinn oder gar der Brust des Spielers? In den Augen scheint sie jedenfalls nicht zu sein, und das führt oft dazu, dass ein Spieler schon für seinen Gegner sichtbar ist, obwohl er ihn selber noch nicht sehen kann, da sein Kopf schon über eine Kante oder um eine Ecke rauslugt. Das liegt leider nicht immer an der schlechteren Positionierung, sondern oft eben einfach nur an der merkwürdig gesetzten Spieler-Kamera. Grund dafür ist die Tatsache, dass in Siege die Kugeln nicht aus dem Lauf eurer Waffe, sondern aus der Mitte des Bildschirms kommen. Gerade in einem taktischen Shooter wie Rainbow Six Siege, der außerdem schon durch den schlechten „Netcode“ genug Probleme mit verzerrter Sicht hat, sollte so ein Modell aber nicht verwendet werden.

 

Viel sinniger wäre die Variante, die DICE seit einiger Zeit auch in Battlefield 4 verwendet: Die Kamera des Spielers ist in seinen Augen positioniert, Schüsse kommen aus dem Lauf der Waffe. Wenn man mit der Waffe gegen ein Hindernis zielt, senkt sich die Laufspitze etwas – so wird deutlich, dass obwohl man über oder am Hindernis vorbeilinst, die Waffe noch gegen selbiges zielt. Dazu sollte man noch die Hitboxen der Köpfe angleichen – nur der eigentliche Kopf sollte auch wirklich als Kopfschuss gelten. Auch sollte die Genauigkeit erheblich unter Strafing leiden. All diese Faktoren würden automatisch dazu führen, dass Spieler wieder mehr „Skill“ benötigen, um Headshots zu erzielen. Denn wie viele andere auch sind wir der Ansicht, dass Kopfschüsse weiterhin direkt zum Tod der Spielfigur führen sollten.

 

Rainbow Six Siege - Mute und Smoke

 

Leider schweigt sich Ubisoft zu den Diskussionen aus. So haben wir weder ein Statement, wo sich die Player-Kamera denn nun wirklich befindet, noch irgendwelche Aussichten auf Änderung. Hoffentlich haben die Entwickler aber ein Einsehen. Siege ist ein sehr guter Shooter mit dem Potential, hervorragend zu sein, aber die Devs dürfen sich nicht vor größeren Änderungen scheuen, welche die Community mehrheitlich fordert. Insofern wäre es wohl deutlich ergiebiger, wenn die Jungs von Ubisoft öfter im Subreddit zum Spiel vorbeischauen als irgendwelche sinnlosen Umfragen zu machen, deren Fragen so allgemein gestellt sind, dass sie die Meinung der Community null wiederspiegeln.

 

Was sagt ihr zu der Diskussion? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

the author

Ich habe zwei Leidenschaften: Zocken und meckern. Dementsprechend kritisch fallen die meisten meiner Kommentare zu Spielen aus. Das Game, das mich zu 100% zufrieden stellt, muss wohl noch erfunden werden. Das heißt aber nicht, dass ich immer alles an einem Spiel schlecht finde. Außer Call of Duty - da sind Hopfen und Malz verloren.

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1 Readers Commented

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  1. Axel Foley

    Ich habs immer noch nicht gekauft und bin standhaft. Erst, wenn der grobe Mist weg ist und die unverschämten 45-50€ reduziert worden sind, dann ist es wert, gekauft und wertgeschätzt zu werden. So ist ein potentialverschenkendes, teures „Vergnügen“.

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