Review: Lioncast LM50 E-Sports Maus von -Oktober 17th, 2018 at 9:44 pm

Pro

  • Gute Ergonomie
  • Vielfältige Einstellungsmöglichkeiten
  • Gute Gleiteigenschaften
  • Hohe Genauigkeit
  • Schlichtes Design

Contra

  • Nicht für Linkshänder geeignet
  • Software wirkt unfertig
  • Kabel etwas dick
  • Kein Gewichtmanagement

Die Lioncast LM50 ist eine schlicht gehaltene Maus für den E-Sports-Markt, die mehr wert auf innere Werte als auf extravagantes Aussehen legt.

Die Gaming-Maus LM50 von Lioncast ist in Zusammenarbeit mit einem deutschen E-Sports-Team entstanden. Doch merkt man die Ambitionen der Hersteller?

 

Bisher haben die deutschen Hardwareausstatter von Lioncast nur zwei Modelle an Gaming-Mäusen im Sortiment gehabt. Die LM20 ist dabei ganz auf die Bedürfnisse von Hobby-Spielern abgestimmt, die LM30 mit ihren vielfältigen Daumentasten hingegen eher speziell auf die Bedürfnisse von MOBA und RTS-Spielern. Um das gesamte Maus-Portfolio zu erweitern und abzurunden, gibt es nun die Lioncast LM50. Sie ist in Zusammenarbeit mit dem Clan Berlin International Gaming, vielen eher bekannt als BIG, entwickelt worden und auf das Bedürfnis professioneller E-Sports-Spieler abgestimmt. Dazu ist sie weiterhin mit einigen netten Features wie einem Sniper Mode und einem Angled Stress Relief ausgestattet. Am Ende zählt jedoch nur, ob die Gaming-Maus auch halten kann, was sie verspricht.

 

Schlichtes Design, gute Verarbeitung

Die Lioncast LM50 kommt, wie bereits aus anderen Reviews von Lioncast bekannt ist, in einer sehr neutralen und einfach aufgebauten Verpackung. Die Verpackung versucht nicht mit vielen Features und unnötigem Schnickschnack um Beachtung zu werben, was sie auch nicht nötig hat. Die Zielgruppe ist klar definiert. Die Maus richtet sich an semi-professionelle und professionelle Spieler, die genau wissen, was sie wollen. Es sind nur grobe Daten wie das Gewicht und die DPI-Zahl vermerkt und im Inneren der Klappe sind Ausschnitte der Software der Maus.

 

 

Einfach, aber vollkommen

Was mir aber besonders an der LM50 gefällt, ist das sehr einfache, aber gleichzeitig vollkommene Design einer Gaming-Maus. Sie ist nicht übermäßig ergonomisch ausgearbeitet, wie einige andere Konkurrenten, und verfügt neben den regulären Maustasten und Mausrad über zwei weitere Daumentasten und einem DPI-Switch. Beide Daumentasten sind gut für mich zu erreichen, ohne das ich mich verrenken muss. Auch die Abmessung der Maus ist ideal. Mit einer Gesamtlänge von 124mm und einer Breite von 62mm passt sie gut in meine mittelgroße Hand, zudem ich den Palm-Griff mit der gesamten Hand bevorzuge. Gleichzeitig ist die gesamte Maus, mitsamt den Tasten, mit einer mattschwarzen, sehr leichten haftenden Schicht, wahrscheinlich Kautschuk, überzogen, was einen stabilen Griff ohne Verrutschen garantiert.

 

Das gesamte Design wird von zwei RGB-LEDs abgerundet, die in dem Lioncast-Logo auf dem Rücken der Maus und in dem Mausrad stecken und nach Belieben eingestellt werden können. Doch einen negativen Punkt habe ich dann doch, obwohl es Meckern auf hohem Niveau ist: obwohl sie auf den ersten Blick symmetrisch wirkt, ist die Maus nur für Rechtshänder geeignet, nicht jedoch für Linkshänder. Und auch das Kabel ist etwas zu dick für meinen Geschmack, es passt fast gar nicht in mein Mouse-Bungee. Zudem ist das Kabel zu Beginn noch recht steif.

 

Verhalten im Spiel

Was besonders bei einer E-Sports-Maus wichtig ist, ist die möglichst unveränderte und genaue Wiedergabe der Mausbewegung auf dem Computer. Mit dem PMW3360 von Pixart setzt Lioncast in der LM50 auf einen der besten optischen Sensoren, die es auf dem Markt gibt. Die Mausbewegung wird ohne lästige Begradigung und zielgenau übermittelt, was wiederum das pixelgenaue Zielen in Shootern wie Counter-Strike oder Day of Defeat ermöglicht. Jede noch so kleine Bewegung wird registriert, und selbst schnelle Bewegungen werden perfekt wiedergegeben. Kein Wunder, unterstützt der Sensor der Maus auch Beschleunigungen bis zu 50G.

 

 

Gleichzeitig ist aber auch die Lift-Off-Distanz niedrig eingestellt, sodass ich ohne Probleme die Maus schnell versetzen kann. Das ist gerade bei einer niedrigen DPI-Zahl und Mausgeschwindigkeit essenziell wichtig. Dank des recht niedrigen Gewichts und zwei großer Auflageflächen gleitet die Maus förmlich über das Neopren-Mauspad. Mir persönlich gefällt das Gewicht sehr gut, doch es gibt sicherlich einige Spieler, die sich mehr Anpassungsmöglichkeit beim Gewicht wünschen. Mit dem Sniper-Mode hat Lioncast ein zusätzliches Feature implementiert, was die DPI-Zahl beim Drücken der festgelegten Taste die DPI-Zahl auf einen gewünschten Wert herunterschraubt. Sodass ihr zum Beispiel als Scharfschütze genauer zielen könnt.

 

Software und Treiber

Für mich ist bei einer programmierbaren Gaming-Maus interner Speicher ein K.-O.-Kriterium. Denn Softwarezwang ist einfach scheiße. Doch glücklicherweise sind die meisten Mäuse, inklusive der Lioncast LM50, heutzutage mit eigenem Speicher ausgestattet, sodass sie, einmal programmiert, an jedem PC ohne Murren funktioniert. Die benötigte Software liegt leider nicht bei der Maus bei, sondern muss separat von der Website heruntergeladen werden. Doch mit knapp 3mb Datei-Größe ist auch das eigentlich kein Problem mehr.

 

 

Intuitive Programmierung

Die Software selber ist, obwohl sie nur auf Englisch verfügbar ist, sehr intuitiv zu verstehen. Es gibt sehr viele Einstellungsmöglichkeiten für die Tasten und verschiedenste Profile. So kann ich neben Angel-Snapping auch die Lift-Off-Distanz einstellen. Mit dem Feature Key Shift ist es zudem möglich, dass ich Tasten auf der Maus mit einer zweiten Funktion zu belegen. Und was natürlich nicht fehlen darf, sind die obligatorischen LEDs, die an der LM50 sogar recht gut aussehen, auch wenn sie eigentlich ohne nennenswerte Funktion sind. Jedoch ist mir aufgefallen, dass gerade Werte wie die DPI-Zahl sich nur schwer einstellen lassen. Das liegt daran, dass beim Verschieben nicht der aktuelle Wert angezeigt wird, sondern der Startwert. Der eingestellte Wert ist erst für mich sichtbar, nachdem ich die Maustaste losgelassen habe. Dadurch fühlt sich die Software so an, als wäre sie noch nicht ganz fertig entwickelt.

 

Fazit

Wer eine professionelle E-Sports-Maus für den schmalen Geldbeutel sucht, ist bei der Lioncast LM50 falsch. Denn mit 60€ ist sie nicht gerade günstig, aber auch nicht besonders teuer. Stattdessen liefert sie durchweg gute Ergebnisse für einen angemessenen Preis ab. Sie kommt nicht extravagant daher, sondern ist schlicht gehalten und besinnt sich auf die inneren Werte. Der Sensor gehört zu den besten optischen Sensoren auf dem Markt, was man im Spiel auch merkt. Die Software erlaubt das Fine-Tunen, um die Maus dem persönlichen Geschmack bis fast ins letzte Detail anzupassen, und kann sogar mit RGB-LEDs aufwarten. Doch Linkshänder gehen bei der LM50 leider leer aus. Mit 90g Gewicht ist sie schwerer als eine Feder, aber dennoch ein Leichtgewicht, verglichen mit manch anderen Mäusen aus dem Segment. Alles in allem ist die Lioncast LM50 eine Gaming-Maus, die es sich zu kaufen lohnt, auch für ambitionierte E-Sports-Spieler.

the author

Ich bin seit Winter 2015 mit an Bord. Ich spiele gerne und viel, besonders Shooter, gerne auch etwas härterer Gangart. Dennoch fehlen mir die legendären Tage der LAN-Partys mit Battlefield 2 und ähnlichen Spielen.

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7 Readers Commented

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  1. Robert Klopfer

    und den sehr guten F-Switch MWheel Encoder nicht zuvergessen …
    wenn man dann selbst noch ein paracord Kabel einbaut und noch bessere Skatez ( corepad hat da schon passende im Angebot ) anbringt, ist die Mouse wirklich verdammt gut

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