Review: Lioncast Arcade Fighting Stick von -Juli 3rd, 2018 at 4:30 pm

Pro

  • Einfach anzuschließen
  • Turbo-Button
  • Angenehmes Gewicht

Contra

  • Billige Knöpfe
  • Schlechte Haptik
  • Etwas zu hoher Preis
  • Ungewohnte Knopfanordnung
  • Ungenauer Steuerknüppel
  • Schwer modifizierbar

Der Lioncast Arcade Fighting Stick ist ein äußerlich hochwertiger, den inneren Werten nach aber billiger Arcade Stick, der leider nicht zu überzeugen weiß.

Der Lioncast Arcade Fighting Stick scheint wie gemacht für Beat ’em ups und Shoot ’em ups wie Mortal Kombat oder auch Metal Slug. Doch lässt dieser Controller auch wirklich die alte Zeit wieder aufleben und spielt es sich wirklich besser mit ihm?

 

Arcade Sticks haben eine lange Tradition in der Videospiel-Branche. Bereits altertümliche Konsolen wie die Atari 2600, als auch die kommende Atari Box erscheinen mit den typischen Joysticks zur Steuerung des Spiels. Und was wir natürlich auch nicht vergessen dürfen, sind die ganzen Arcade-Hallen mitsamt den Arcade-Spielen, die den Steuer-Controllern ihren typischen Namen verpassen. So ist es auch nicht überraschend, dass solche Arcade-Sticks auch für diverse moderne Konsolen und PCs erschienen sind, wie der Lioncast Arcade Fighting Stick made in Germany, welcher sich im unteren Preissegment ansiedelt. Doch kann sich der Controller wirklich behaupten?

Verarbeitung und Haptik

Direkt der erste Eindruck, wenn man den Lioncast Arcade Fighting Stick auspackt, fühlt sich sehr hochwertig an. Wie man es von einer Marke „Made in Germany“ erwartet, ist der Controller recht schwer, vor allem durch die Metallplatte am Boden. Und auch der Steuerknüppel ist auf den ersten Blick sehr stabil und weist keinen merklichen Spielraum für Ungenauigkeiten auf. Die Anordnung der Tasten dagegen ist etwas ungewohnt und anders, als bei den meisten anderen Arcade Sticks. So sitzen hier die vier Haupttasten, also A, B, X und Y in der Mitte, eingerahmt von L1, L2 und R1, R2. Bei anderen Sticks sind die vier Haupttasten meist links gelegen, und die Schultertasten rechts daneben. Und auch wenn der Controller auf den ersten Blick ausreichend groß erscheint, bietet er doch weniger Handauflagefläche als gedacht.

 

 

 

 

Billig, billig

Als Restrictor Gate, also der Teil des Knüppels, der die Richtungen vorgibt, ist ein Achteck verbaut, eine kleine Seltenheit in dem Niedrigpreissegment. Meist sind quadratische Restrictor Gates verbaut, die weniger Spielraum zulassen. Was mir aber direkt beim ersten Ausprobieren vom Arcade Fighting Stick negativ auffällt, sind die billig wirkenden Tasten. Diese lassen sich allesamt nur wenige Millimeter eindrücken und liefern so gut wie kein haptisches Feedback. Zudem hören sie sich in Kombination mit einer lauten Feder und dem metallenen Gehäuse sehr billig an. Dass der Stick sehr billig gefertigt ist, sieht man auch an dem recht spärlichen Innenleben und der Funktionsart der Knöpfe. So wird zwar von Lioncast eine „einfache Modifizierbarkeit“ versprochen, doch um zum Beispiel die Knöpfe zu tauschen, müsste ich löten und bohren, um die Schalter da hinein zu bekommen.

 

Treiber und Funktionen

Die Installation des Gerätes ist umso einfacher. Standardmäßig wird der Controller als ein Nintendo Switch Controller erkannt, ist somit auf dieser Konsole, aber auch auf Emulatorenplattformen wie zum Beispiel dem Retropie sehr schnell angeschlossen. Einfach anschließen über USB, vielleicht noch kurz die Tasten zuweisen, und schon geht es los. Einen Playstation- oder Xbox-Controller kann er nur zum Teil ersetzen, da ihm einfach die weiteren Achsen fehlen, und somit nur das reguläre Steuerkreuz nebst den Standardtasten und Schultertasten zur Verfügung stehen.

 

x360ce FTW!

Doch wehe, ich versuche unter Windows einen Nicht-Xbox-Controller wie den Fighting Stick zu verwenden. Denn viele Spiele erkennen nur den Microsoft-Controller und andere Designs funktionieren nicht standardmäßig. Da dieser als Switch-Controller erkannt wird, können wir ihn in Spielen nicht einsetzen. Abhilfe schafft da das kostenlose Open-Source-Programm TocaEdit Xbox 360 Controller Emulator, oder auch kurz „x360ce„. Dieses Tool erlaubte es mir, beliebige Controller auf die Xbox-Inputs zu legen, sodass die Spiele den Nicht-Microsoft-Controller dennoch als einen solchen erkennen, sodass ich ihn nutzen kann. Hat man sich erst einmal eingelesen, ist die Konfiguration sehr schnell von der Hand gegangen, und ich kann mit meinem Arcade Stick Shoot‘ em Ups zocken.

 

 

Ein weiteres Gimmick, was der Arcade Stick anbietet, ist der Turbo-Knopf, oder auch Cheater-Button, wie ich ihn gerne nenne. Denn dieser sorgt dafür, dass, sobald ich einen Feuerknopf gedrückt halte, dieser nicht nur einmal gedrückt wird, sondern wie besessen „gespammt“ wird. Dadurch habe ich in vielen Spielen einen meiner Meinung nach unfairen Vorteil.

 

Spielverhalten

Fast wie damals

Die wichtigste Frage ist und bleibt jedoch: Kann man mit dem Lioncast Arcade Fighting Stick auch vernünftig spielen? Und da lautet meine Antwort: Ja. Aber. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, braucht man bei der Umstellung eine Eingewöhnungszeit. Ich spiele am meisten mit der Tastatur, und ansonsten eher noch mit Playstation-Controllern. Aber hat man sich erst einmal an die Steuerung gewöhnt, so fühlt man sich fast wie damals, als würde man wieder in der stickigen Arcade-Halle stehen, und auf die billigen Röhrenmonitore glotzen, konzentriert, um einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen. Nur das dieser sich sehr billig anfühlt. Und ich oft auf die falschen Tasten komme, also manches mal Schießen mit Nachladen oder Springen verwechsle. Was auch stört, ist die merkbare Ungenauigkeit des Steuerknüppels. Nach unten reagiert er bei der leichtesten Berührung, und nach oben muss ich deutlich mehr Kraft aufwenden. Durch diese spürbare Ungenauigkeit kann der Stick auch in Sachen Handling wirklich nicht überzeugen.

 

Fazit

Diese Version des Lioncast Arcade Fighting Stick bekommt ihr auf Amazon für rund 50€, was ich etwas überteuert finde. Besonders, da man für 30€ eine scheinbar identische Variante, ebenfalls von Lioncast, bekommt, die sich nur optisch von dem höherpreisigen Modell unterscheidet. Besonders negativ fallen bei mir die echt schwammige Steuerung mit dem Steuerknüppel und die richtig billigen Tasten ins Gewicht. Ich könnte noch ein Auge zudrücken, würde er wenigstens die „einfache Modifizierbarkeit“ einhalten, die vom Hersteller versprochen wird. Stattdessen darf ich auf Platinen löten und im Gehäuse rumbohren, wenn ich andere Knöpfe einsetzen will. Die Qualität der Verarbeitung des Fighting Sticks hingegen ist ausgezeichnet. Wenn man ihn nur ansieht und hochhebt, scheint er deutlich hochwertiger zu sein, als er am Ende wirklich ist. Schlussendlich kann ich den  Lioncast Arcade Fighting Stick also leider nicht weiter empfehlen.

the author

Ich bin seit Winter 2015 mit an Bord. Ich spiele gerne und viel, besonders Shooter, gerne auch etwas härterer Gangart. Dennoch fehlen mir die legendären Tage der LAN-Partys mit Battlefield 2 und ähnlichen Spielen.

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