Review: EpicGear ThunderouZ von -Februar 29th, 2016 at 4:36 pm

Pro

  • Weiche Ohrmuscheln
  • Sehr gute Soundwiedergabe
  • Angemessene Mikrofonqualität
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Verschiedene Beleuchtungsmodi
  • Fernbedienung am Kabel
  • Gesleevtes Kabel
  • Gutes Preis/Leistungsverhältnis

Contra

  • Umständliche Beleuchtungssteuerung
  • Insgesamt relativ schwer
  • Keine Software
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Das ThunderouZ von EpicGear erhält man für einen sehr fairen Preis und bekommt dafür einen sehr angemessenen Funktionsumfang, der allen Gaming-Ansprüchen gerecht werden sollte.

EpicGear hat sich in den letzten Jahren immer mehr im Gamingsektor etabliert und bietet mittlerweile eine anschauliche Produktpalette an. Wir haben das neue Headset von EpicGear, ThunderouZ, für euch einmal genauer unter die Lupe genommen. Kann der Konzern aus Taiwan auch mit diesem Headset überzeugen?

 

Die Auswahl an Gamingheadsets ist mittlerweile gigantisch und auch die taiwanesische Firma EpicGear dringt immer tiefer in den Markt vor. Neben drei anderen, reiht sich das EpicGear ThunderouZ bei den Headsets der Firma ein und dient als Einsteigerprodukt der Headset-Reihe. Doch kann das EpicGear ThunderouZ, das ab Mitte März für knapp 90 Euro erhältlich sein wird, auch in der Preisklasse überzeugen?

 

Design & Verarbeitung

 

Den ersten Eindruck bei neuen Geräten bestimmt auch immer die Verpackung. Der stabile Karton, der zunächst sehr gut aussieht, beinhaltet dann eine typische Plastikschale, der noch eine Kurzanleitung beiliegt, die mehr als nur ein lieblos gefalteter Beipackzettel ist. Auch wenn die Plastikschale nicht unbedingt schön ist, so ist sie doch praktisch und hängt auch nicht zu sehr an dem EpicGear ThunderouZ. Sicher, andere Produkte haben hochwertigere Verpackungen, allerdings spielen diese dann auch in einer komplett anderen Liga, was den Preis betrifft. Mit dem Design des Headsets schlägt EpicGear innerhalb der Designlinie der Produkte keinen neuen Weg ein. Schwarz und das markante Rot der Firma dominieren. Gepaart ist das mit einem schlichten, nicht zu aufdringlichen, aber dennoch futuristischem Design. Besonders die Ohrmuscheln mit ihrer Beleuchtung, die sechs verschiedene Farbmodi hat (rot, blau, gelb, grün, lila und wechselnder Farbdurchlauf), dürften auf LAN-Partys die Blicke der anderen auf sich ziehen. Während sich beim Design bekanntlich die Gemüter noch streiten, da Geschmack sehr individuell ist, gibt es bei der Verarbeitung kein Vertun. Das Headset ist an nahezu allen Stellen perfekt verarbeitet. So ist das drei Meter lange Kabel, das zudem auch noch mit einer Fernbedienung glänzt, nicht nur dick gesleevt, sondern hat an der Befestigung am Headset selber noch eine Zugentlastung. Die oberen Bügel des Headsets sind aus Metall, das schwarz lackiert ist und darunter befindet sich der anpassbare Kopfbügel, der nicht nur die darin verlaufenden Kabel schützt, sondern auch für einen bequemen Sitz am Kopf sorgt.

 

ThunderouZ_Left_Angle

 

Schlicht und Modern

Auch bei den Ohrpolstern merkt man, dass das Headset definitiv für Gamer ausgelegt ist, denn diese sind dank der Kunstlederoberfläche nicht nur recht edel, sondern auch einigermaßen leicht zu reinigen. Hinter der Kunstlederoberfläche versteckt sich eine dichte Schicht Memory-Polster, womit das Headset nicht nur weich und abschließend auf den Ohren sitzt, sondern auch bei Brillenträgern und längeren Sessions nicht für unangenehme Druckstellen sorgt. Durch die Dicke der Polster hat man zudem ein gewisses Noise-Cancelling, das aber nur Nebeneffekt und nicht Feature ist. Obwohl die Ohrpolster aber sehr ab- und umschließend am Kopf sitzen, gerät man darunter nicht allzu sehr ins Schwitzen. Allerdings gibt es auch ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, so ist die Fernbedienung als solche aus stabilem und sich hochwertig anfühlenden Plastik, auf der Rückseite ist aber ein mehr als billig aussehender Aufkleber, bei unserem Testprodukt sogar unsauber geklebt, mit dem Namen des Headsets. Auch wenn die mehr oder weniger individuelle Beleuchtung ein nettes Gimmick ist, so hat sie ein zentrales Problem: Gesteuert wird sie über einen Touchsensor an der rechten Ohrmuschel. Grundsätzlich eine gute Idee und an der Stelle auch leicht und praktisch zu erreichen, aber das war es auch schon. Der Sensor funktioniert nur manchmal, womit die Beleuchtungssteuerung mehr zu einem Glücksspiel als zu einem kurzen Tippen ans Ohr verkommt. Schade, denn die Idee, die Beleuchtung so anzusteuern, ist wirklich nicht schlecht. Insgesamt aber ist die Verarbeitung für ein Headset in der Preisklasse hervorragend. Aufgrund der verwendeten Materialien ist das Headset insgesamt eher schwer und wiegt (ohne Kabel) 370 Gramm. Das ist zwar recht viel, aber dank der weichen Polster fällt es nicht wirklich negativ auf.

 

Hardware & Funktion

 

Das EpicGear ThunderouZ kommt mit allen Funktionen, die ein brauchbares Gaming-Headset benötigt. Über die Basis-Funktionen hinaus, die der Kommunikation und dem Hören dienen, wartet das Headset mit Beleuchtung, Fernbedienung und ein wenig Zubehör auf. Dabei fällt vor allem die Fernbedienung auf, die neben dem obligatorischen Mute-Schalter für das Mikrofon zudem über einen Schalter für den Equalizer-Modus und einen Lautstärkeregler verfügt. Die Fernbedienung ist praktisch an dem Kabel platziert, sodass sie schnell erreichbar ist, wenn man sich kurzfristig muten muss, den Equalizer-Modus wechseln möchte oder die Lautstärke anpassen will, ohne dies über die Tastatur zu erledigen. Allerdings muss für die voll funktionstüchtige Fernbedienung der USB-Stecker angeschlossen sein. Diesen benötigt ihr auch, damit das Headset genug Strom für die Beleuchtung an den Ohrmuscheln bekommt. Weitere Bedienungsmöglichkeiten hat das Headset nur an der rechten Ohrmuschel, dort ist der oben bereits beschriebene Touch-Button für die Beleuchtungssteuerung. Dieser sitzt dort zwar leicht erreichbar und ist auch nicht zu verfehlen, ohne dabei das Design des EpicGear ThunderouZ zu stören, allerdings ist er in der Bedienung wirklich unpraktisch.

 

Umständlicher Beleuchtungs-wechsel

Das Umschalten der Beleuchtungsmodi verkommt über diesen Button mehr zu einem Glücksspiel, was wirklich schade ist, zumal das Headset beleuchtet fast besser aussieht als unbeleuchtet. Dem Headset ist außerdem noch ein wenig praktisches Zubehör beigelegt, so haben wir für den zweiteiligen vierpoligen Soundanschluss (getrennt nach In- und Output) einen Wechselstecker auf eine dreipolige 3,5mm-Klinke. Praktisch, wenn man das Headset an einem Laptop mit nur einem Klinkenanschluss nutzen will. Für die Mitnahme auf die nächste LAN-Party hat EpicGear zudem noch einen Kabelbinder mit Klettverschluss beigelegt, außerdem gibt es noch einen optionalen Clip, um das Kabel an einem Kleidungsstück zu befestigen. Von der Beleuchtungssteuerung einmal abgesehen, weiß das EpicGear ThunderouZ also bis hierhin zu überzeugen.

 

ThunderoZ-controller

 

Sound und Mikrofon

 

Was bringt das beste Design, die beste Ausstattung und die beste Verarbeitung, wenn der Sound, der erwiesenermaßen immer noch das Wichtigste bei einem Headset ist, miserabel ist? Das EpicGear ThunderouZ kommt mit Stereo 2.0 Sound, der über die 50mm-Treiber geliefert wird. Zusätzlich lässt sich über die Fernbedienung des Headsets noch ein Equalizer einstellen, wir haben dabei die Wahl zwischen einem Musik-Modus und einem Gaming-Modus. Der Unterschied lässt sich aber nur bei genauem Hinhören erkennen. In Ermangelung einer Software bleibt es aber bei diesen beiden Equalizer-Modi, die damit mehr zum Gimmick als zum wirklichen Feature verkommen. Schaden tut es aber nicht, dass man ein wenig an der Klangwiedergabe direkt über das Headset regulieren kann. Insgesamt ist der Sound hervorragend. Das EpicGear ThunderouZ weiß nicht nur in Spielen zu überzeugen, sondern auch bei der Nutzung für Musik. Getestet wurde dabei mit verschiedenen Songs aus den verschiedensten Genres, von Metal über Rap bis hin zu Hardstyle. Die Bässe klingen angenehm voll, ohne dabei übertrieben zu dröhnen und die Höhen werden sehr klar wiedergegeben. Beim Gaming verhält es sich ähnlich, bei den gängigen Shootern fallen keine Ungenauigkeiten dabei auf, wenn man Gegner über ihre Schritte oder Nachladegeräusche orten will.

 

Präzises Hören und klare Töne

Sowohl bei Rainbow Six Siege, als auch bei Crysis 3 und Battlefield 4 fallen keine negativen Punkte bei der Klangwiedergabe des EpicGear ThunderouZ auf. Während die Lautsprecher herausragend sind, ist das Mikrofon eher oberes Mittelmaß.

 

Das unidirektionale Mikrofon, an einem dreh- und biegbaren Bügel befestigt, verfälscht bei der Sprachübertragung über Teamspeak den Klang ein wenig, was schon das Ergebnis nach viel Feintuning über den Soundtreiber war. Hat man das Headset-Mikrofon allerdings erst einmal richtig eingestellt, dann gibt es nicht viel auszusetzen, wenn man den Preis im Hinterkopf behält, allerdings wird die Stimme über Teamspeak nicht ganz unverzerrt übertragen, was angesichts der grundsätzlich relativ hohen Qualität schade ist. Insgesamt ist das in Anbetracht des Preises jedoch Meckern auf hohem Niveau. Die Sound-Wiedergabe lässt das EpicgEar ThunderouZ definitiv in den Bereich der Oberklasse-Headsets einziehen, was angesichts des zu erwartenden Preises sehr angenehm ist. Das Mikrofon aber ist eher im Mid-Budget-Bereich anzusiedeln, aber hier kann man über den Preis argumentieren, dass man die Ansprüche nicht zu hoch stellen sollte.

 

ThunderouZ_Face正

 

 

Software

 

Zu der Software des EpicGear ThunderouZ gibt es nicht viel zu sagen, schließlich benötigt das analoge Headset keine. Die Beleuchtung lässt sich, mehr schlecht als recht, direkt über die rechte Ohrmuschel über den Touchsensor ansteuern und an der Fernbedienung haben wir, wie oben beschrieben die Wahl zwischen zwei Equalizer-Modi. Damit ist das Headset praktischerweise sehr schnell zur Inbetriebnahme bereit, was auch nicht unbedingt schlecht ist. Angesichts der missglückten Beleuchtungssteuerung und der fehlenden Anpassungsmöglichkeiten für das Mikrofon wäre aber eine Software nicht unbedingt unangebracht, auch, um weitere Equalizer-Modi zu erstellen. So muss die Anpassung wie auch bei anderen Headsets ohne eigene Software über euren Soundtreiber laufen, was unter Umständen nicht die besten Ergebnisse erzielt. Schade, eine eigene Software könnte das EpicGear ThunderouZ noch um einiges verbessern.

 

Preis

 

Zum Zeitpunkt unseres Testes war das Headsets EpicGear ThunderouZ noch nicht erschienen, allerdings hat es eine unverbindliche Preisempfehlung von 89,99€. Der Preis lässt das Headset in die obere Mittelklasse einsteigen und ist angesichts der Verarbeitung, des sehr guten Klanges, des guten Mikrofons und der zusätzlichen Gimmicks auch gerechtfertigt. Wer ein gutes Gaming-Headset sucht und bereit ist, dafür auch ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen, der ist mit dem EpicGear ThunderouZ sehr gut bedient, ohne dabei nach dem Kauf arm wie eine Kirchenmaus zu sein. Der Preis wird außerdem sicher in den Wochen nach Release noch ein wenig runtergehen, wie man es von Gaming-Hardware bereits gewohnt ist.

 

Fazit

 

Mit dem EpicGear ThunderouZ unterstreicht die Firma aus Taiwan ihre Ambitionen, den Peripherie-Markt der westlichen Welt zu erobern. Über den Klang des Headsets lässt sich wirklich kein schlechtes Wort verlieren und das solide Mikrofon unterstreicht die Anstrengungen aus Taiwan, sich neben den etablierten Herstellern bei uns zu platzieren. Mit der zwar eher schlecht steuerbaren, aber wenn aktiviert sehr schönen Beleuchtung ist das EpicGear ThunderouZ zudem ein absoluter Hingucker. Insgesamt hat man für einen sehr fairen Preis einen sehr angemessenen Funktionsumfang, der allen Gaming-Ansprüchen gerecht werden sollte. Wer also gerne etwas mehr für ein gutes Headset ausgeben will, es dabei aber auch nicht übertreiben will, für den ist das EpicGear ThunderouZ definitiv mehr als nur eine Überlegung wert.

Review: EpicGear ThunderouZ
the author

Moin! Ich bin der Trooper und seit Juli 2014 hier mit dabei. Neben meiner Vorliebe für Metal könnte ich mir ein Leben ohne Fantasy-Bücher, vor allem Der Herr der Ringe und Eragon, Internet, (Battle-)Rap und Battlefield nicht vorstellen. Ab und an flimmert aber auch ein Indie-Titel oder eine Serie über meinen Monitor. Zum Gaming kam ich übrigens erst verhältnismäßig spät, auf einem Nintendo DS lite habe ich aber diese Vorliebe für mich entdeckt.

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