Star Wars Battlefront 2: Der Flop des Jahres in der Review von -November 26th, 2017 at 12:44 pm

Pro

  • Tolle Grafik
  • Berühmte Charaktere
  • Original Synchronstimmen
  • Schön gestaltete Karten

Contra

  • Kurze Story
  • Schwache Geschichte
  • Kaum bis keine Abwechslung
  • Pay-to-Win-Mechanik
  • Mikrotransaktionen mit direktem Bezug zum Fortschritt
  • Viel zu teure Inhalte
  • Keine privaten Matches möglich
  • Kein Gruppenspiel mit Freunden möglich
  • Teils lange Ladezeiten

Star Wars Battlefront 2 hatte große Hoffnungen geweckt, vor allem wegen der Kampagne. Allerdings versagt der Titel vollkommen auf ganzer Linie.

Star Wars Battlefront 2 sollte das Highlight von DICE und Electronic Arts in diesem Jahr werden, doch am Ende bleibt nicht viel übrig.

Wo die Marke „Star Wars“ auftaucht, muss ja auch was Gutes drin sein, mag man auch bei Star Wars Battlefront 2 denken. Immerhin gab es viele erfolgreiche Spiele, die mit dem Titel eines der stärksten Franchises weltweit auftrumpfen. Denkt man mal an Klassiker, wie Knights of the Old Republic oder auch gute „neue“ Spiele wie The Force Unleashed. Gerade die alten Battlefront-Teile sind nicht nur Klassiker, sondern unter Fans mit Sicherheit einfach DIE beiden Titel zum Franchise. Auch der erste Teil der Battlefront-Neuauflage konnte sich ganz gut durchschlagen. Doch kann Star Wars Battlefront 2 wirklich besser sein? Gerade wegen der Lootboxen- und Mikrotransaktionen-Debatte im Vorfeld steht das auf einem weit entfernten Stern. Wir haben uns den Titel in der Review mal genauer angesehen.

 

 

Neuer Blickwinkel der Kampagne

 

Seit mehr als vier Jahren besitzt Publisher Electronic Arts die Rechte, Videospiele im Star Wars-Universum zu erstellen. Bisher herausgekommen ist dabei ein einziger Titel und zwar Star Wars Battlefront. Eine sehr geringe Ausbeute. Doch nun sollte es besser werden, mit dem Nachfolger zu bereits angesprochenem Titel. Anders als im Vorgänger gibt es dieses Mal endlich eine Singleplayer-Kampagne. Endlich kann man sich in diesem geilen Universum alleine der Geschichte stellen und diese genießen. Das zumindest waren die Erwartungen, die am Ende, sagen wir mal, nicht ganz erfüllt wurden. Denn spaßig ist die Einzelspieler-Geschichte definitiv nicht. Doch von vorne.

 

Guter Anfang, mieser Verlauf

Überraschend schlüpfen wir nicht in die Rolle der vermeintlich guten, sondern spielen – fast durchgehend – die böse Seite, das Imperium. Wir schlüpfen dabei in die Rolle von Commander Iden Version. Sie ist eine Elitesoldatin, die dem Imperium dient und den Inferno Squad anführt. Im Verlauf der Kampagne erleben wir ihre Geschichte, sehen aber auch den ein oder anderen bekannten Charakter, doch dazu gleich mehr. Der Beginn der Geschichte ist überraschend und mal etwas komplett anderes. Leider geht die Spannungskurve nach dem Anfang extrem bergab. Die Geschichte wird komplett klischeehaft und man kann sich den Verlauf irgendwie schon denken. Das typische „Gut-gegen-Böse“ steht komplett im Vordergrund und alles andere gerät in Vergessenheit. Ein erhoffter Twist bleibt aus.

 

 

Zusammenhänge bleiben dabei auch oft ungeklärt, sodass die Missionen einfach nur aneinandergereiht wirken, die eben keinen Zusammenhang haben. Viel Abwechslung gibt es auch nicht. 90 Prozent der Kampagne sind Missionen, in denen geschossen wird. Egal ob am Boden oder im Weltraum. Letzteres ist dabei besonders ohne Herausforderung, denn die NPCs folgen ihren vorgefertigten Routen und weichen auch bei Beschuss keinen Millimeter davon ab. Beschossen werden wir auch nur dann, wenn wir zufällig vor einem gegnerischen Flieger sind. Manöver, Spannung oder Angst vor dem Abschuss gibt es zu keinem Zeitpunkt. Die einzige wirkliche Abwechslung gibt es, wenn wir die Kontrolle über Helden übernehmen. Diese wirken aber ebenfalls einfach nur lustlos in die Kampagne integriert. Vor allem der Abschnitt, bei dem wir in die Rolle der Star Wars-Ikone schlechthin, Luke Skywalker, schlüpfen dürfen, ist extrem störend und überflüssig. Auch ist der Anteil der Heldenmissionen mit fünf von insgesamt zwölf Storymissionen viel zu hoch. Jede Call of Duty-Kampagne bringt mehr Immersion mit sich.

 

Star Wars Battlefront (1?) – Multiplayer

 

Kommen wir zum Herzstück des Spiels. Was sofort auffällt, wenn wir den Multiplayer starten wollen, ist, dass die Spielmodi reduziert wurden. Im Vorgänger hatten wir zum Release neun verschiedene Modi, nun sind es nur noch fünf. Neben den drei bekannten „Galaktischer Angriff“ (vorher Walker Angriff), Gefecht und Helden gegen Schurken gibt es zwei neue. Der Sternenjäger-Angriff ist dasselbe wie der Galaktische, jedoch sind dies eben nur Weltraum-Schlachten. Und der letzte Modus ist Angriff. Hierbei handelt es sich um ein kleineres Gefecht bei dem sich jeweils acht gegen acht duellieren. Beim „großen Bruder“ sind es 40 gegen 40. Der Helden gegen Schurken-Modus wurde überarbeitet, sodass sich nur noch Helden auf den Karten duellieren. Es dürfen also nicht mehr nur manche Spieler in die Rolle ihrer Idole schlüpfen.

 

Trotz allem, top Level!

Was man DICE zugute heißen muss, ist das Leveldesign. Es gibt insgesamt elf verschiedene Planeten, auf denen es jeweils unterschiedliche Varianten an Karten für die Spielmodi gibt. Designt wurden diese Karten erneut mit viel Liebe zum Detail und manche Gimmicks aus dem Film finden sich auch dort wieder. Allerdings bleiben die Karten statisch, sodass es keinerlei zerstörbare Umgebungen oder Elemente gibt. Die größte Neuerung stellen jedoch die Soldatenklassen dar. Ähnlich wie beim bekannten Battlefield-Prinzip gibt es vier verschiedene Klassen, aus denen man sich seinen Favorit wählen kann. Angreifer, Spezialist, Offizier oder Schwerer Truppler stehen zur Auswahl. Diese haben jeweils andere Waffen und Spezialfähigkeiten zur Verfügung.

 

 

Über die wieder im Spiel integrierten Starcards aus dem Vorgänger lassen sich die Klassen weiter individualisieren. Doch nicht nur die vier Klassen können angepasst werden, auch Helden, Fahrzeuge und Raumschiffe können mit aktiven und passiven Boni ausgestattet werden. Doch um an die begehrten Karten zu gelangen reicht es nicht, im Level aufzusteigen. Die Karten bekommt man fast ausschließlich durch die im Spiel befindlichen Lootboxen. Diese können zum aktuellen Zeitpunkt nur durch Ingame-Credits erworben werden. Dabei benötigt man aber vor allem die teuersten Kisten, um voran zu kommen. Diese kosten 4.000 Credits, die durchs Spielen und durch Herausforderungen ergattert werden können. Letztere sind aber nur einmalig abschließbar und pro Partie bekommt man lediglich zwischen 100 und 400 Credits.

 

Durch die verschiedenen Karten und die ganzen Verbesserungen, die man aus den Kisten bekommen kann, wird deutlich, wie sehr das Spiel auf den Mikrotransaktionen ausgelegt ist. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Kisten, die erworben werden können. Darin enthalten sind auch Verbesserungen für verschiedene Helden, Raumschiffe und so weiter. Und, da die Ingame-Käufe nicht komplett verworfen sind, bleibt der Pay-to-Win-Beigeschmack immer noch erhalten. Vor allem durch das integrierte Progression-System. Sollte das Spiel auf Echtgeld verzichten oder wirklich nur auf kosmetische Sachen reduziert werden, müsste man fast den kompletten Multiplayer noch einmal überarbeiten.

 

 

Gameplay wie vorher

 

Während der ersten Beta-Phase wurde oft gelobt, dass man bei DICE das Gameplay verändert hat und es sich anders anfühlen soll. Das fiel uns beim Testen zu keinem Zeitpunkt auf. Prinzipiell befanden wir uns immer noch in Star Wars Battlefront, das einen Content-Patch erhalten haben könnte. Im Singleplayer gibt es hier und da kurze Schleich-Abschnitte, die mal etwas Abwechslung in das Gameplay bringen. Insgesamt bleibt es aber immer gleich und bietet keine wirkliche Abwechslung. Auch die Helden sind bekannt. Ob Nahkampf oder das Beschießen mit Blastern. Man kennt es schon. Lediglich das Schlüpfen in verschiedene Rollen, wie Sturmtruppler, Rebellen, Droiden oder Klone stellt etwas Anderes dar.

 

Wunderschöne Welten

 

Wie bereits im Multiplayer-Abschnitt angedeutet sind die Welten, die DICE in Star Wars Battlefront 2 erschaffen hat, wunderschön. Wieder einmal dürfen wir uns in die wohl am besten designten Welten des Star Wars-Universums stürzen, abseits der Filme. Hier dürfen wir uns selbst auf den Planeten bewegen und sie erkunden. Dank der Frostbite-Engine finden wir scharfe Texturen, tolle Effekte und einen flüssigen Spielfluss vor. Auf den Konsolen können auch die angestrebten 60 Frames pro Sekunde meistens gehalten werden. Auf dem PC läuft das Ganze natürlich noch besser und je nach System bewegt man sich auch auf Ultra selten unter den 100 FPS. Auch schwächere Rechner dürfen sich auf ein flüssiges Erlebnis freuen.

 

 

Allerdings flackert das Spiel bei uns bei jedem Tod unserer Spielfigur sowie bei jedem Ladebildschirm. Bisher haben wir dafür keine Abhilfe gefunden. Schade, denn das geht nach einer kurzen Zeit extrem auf die Nerven. Auch die Länge eben dieser ist nicht vorteilhaft. Beim Sound bewegen sich selbstredend nur die feinsten Star Wars-Klänge in unsere Ohren. Egal, ob bei der Musik oder bei den sonstigen Geräuschen. Auch diese sind hervorragend umgesetzt. Für die bekannten Charaktere gibt es in der deutschen Fassung sogar die Original-Synchronstimmen. Besonderheit: In der englischen Fassung gibt es KEINE originalen Synchronsprecher. Dennoch ist die englische Fassung bei den Charakteren besser umgesetzt. Der Soundtrack ist von John Williams und dementsprechend auch hervorragend.

 

Fazit

 

Ich muss leider mit dem Satz anfangen, dass ich wirklich nicht wusste, wo ich mit dem Artikel anfangen sollte. Nicht, weil ich keine Ahnung habe, wie sich sowas strukturiert, sondern, weil es so viele Punkte gibt, die mir missfallen. Die Story fängt grandios an und verspricht ziemlich viel. Doch mit jeder weiteren Mission sinkt die Freude daran, sich da durch zu kämpfen. Die Story wirkt stumpf und verfällt immer mehr in das typischste Klischee, das es gibt. Die Abwechslung ist so gering und von einer Herausforderung darf man hier nicht mal im Ansatz sprechen. Die extrem dumme KI tut ihr Übriges. Und das i-Tüpfelchen sind die komplett sinnfreien Heldenmissionen, die fast die Hälfte der Kampagne einnehmen. Einfach nur wow, wie man so viel Mist produzieren kann. Der Multiplayer-Modus ist ok. Das Gameplay kennen wir aus dem ersten Teil und es wirkt in keinem Punkt anders. Für das „Herzstück“ des Titels fehlt hier irgendwie das Besondere. Es könnte einfach nur der erste Ableger mit einem Content-Patch sein. Und der wohl größte Kritikpunkt ist, dass man sogar ohne aktive Mikrotransaktionen merkt, wie sehr das Spiel auf Echtgeld ausgelegt ist. Man kauft sich diesen Titel zum Vollpreis, bekommt damit aber nur die Möglichkeit, das Spiel zu spielen. Fortschritt wird einem fast ausschließlich durch die Lootboxen gewährt. Alles, was man macht, ist, die Multiplayer-Partien zu absolvieren, um anschließend die Boxen zu kaufen. Darin sind dann Starcards oder weitere Verbesserungen für ALLES MÖGLICHE. Als Star Wars-Fan meiner ersten Stunde bin ich extrem enttäuscht und kann diesen Titel zu keinem Zeitpunkt irgendwem empfehlen. Bitte kauft diesen Titel NICHT!

Star Wars Battlefront 2: Der Flop des Jahres in der Review
the author

Geboren als echter Strategiespieler, hege ich mittlerweile auch eine große Liebe zu Rollenspielen. Während meine Ohren nur den Klang von feinsten Gitarrenriffs der Rock- und Metalmusik vernehmen, verwirre ich sie gelegentlich mit deutschem Sprechgesang. Meine große Liebe zu den Videospielen besiegelte ich mit dem Einstieg als Redakteur bei spieletipps.de. Mittlerweile bin ich auf meinem eigenen Blog und bei Shooter-sZene.de unterwegs. Außerdem könnte man mich als Community Manager beim besten deutschen Publisher Assemble Entertainment kennen.