Seit Kurzem läuft die Private Beta von The Division 2, an der wir teilnehmen durften und uns einen ersten Eindruck vom Spiel verschaffen konnten.

Mit The Division 2 wollen vor allem Massive Entertainment vieles wiedergutmachen, was sie beim ersten Ableger verpasst haben. So gab es beispielsweise lange Zeit keine Anti-Cheat-Lösung, sodass sogar einfachste Bearbeitungen in ini-Dateien große Auswirkungen hatten. Nun startet man stattdessen mit Easy-Anti-Cheat – was aber ehrlich gesagt auch eher schlecht als recht funktioniert. Aber auch was Content angeht soll vieles besser werden. Wurde der erste Teil erst mit den Raids richtig attraktiv im Endgame, soll es diese nun nicht erst Monate nach Veröffentlichung geben. Generell gibt es mehr Inhalte, die auf das Endgame abzielen und vieles anders machen. Da die Private Beta bereits läuft und wir daran teilnehmen können, wollen wir schon mal die ein oder andere Sache erwähnen.

The Division 1.5

Startet man ins Spiel fällt einem vor allem eines auf: Es sieht aus wie The Division. Das kann sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden, denn es gibt auf den ersten Blick keine großen Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger. Der wohl erste Unterschied fällt im Gefecht auf, wenn man getroffen wird. Statt stupide die Lebenspunkte runter zu knallen, widmet man sich – zumindest bei Spielern – nun zuerst der Rüstung. Ähnlich also wie manche Lila- oder Gelb-NPC-Gegner hat man nun eine Rüstung, die vor direkten Treffern schützt. Ist diese jedoch weggeschossen, hilft nur in Deckung bleiben. Entweder, man repariert seine Rüstung mit Armor Kits, die nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen, wartet auf die nette Drohne eines Kollegen oder bleibt in Sicherheit.

Insgesamt wird es acht verschiedene Skills geben, von denen in der Beta drei verfügbar sind. Das ist zum einen die Suchermine und das Geschütz und zum anderen die bereits erwähnte Drohne. Zu jedem dieser Gadgets gibt es diverse Unterkategorien, die verschiedene Vorteile verschaffen. So lässt sich die Suchermine entweder als explosives Gadget einsetzen, oder sie steckt Feinde in Brand. Die Drohne kann wie bereits erwähnt die Rüstung von Verbündeten auffrischen oder Sprengladungen abwerfen. Das Geschütz hingegen kann als ganz normales selbstschießendes MG genutzt oder mit einem Scharfschützen-Upgrade versehen werden. Bei Letzterem müssen wir aber zwingend manuell die Gegner anvisieren.

Neben den Skills gibt es noch die Perks, die den Charakter selbst und seine Eigenschaften verbessern. Hier gab es bereits im Vorfeld eine große Kontroverse, denn die angepriesene Lager-Erweiterung der Ultimate Edition gibt es nicht. Dies war für viele der Grund, wieso sie die Edition vorbestellt haben. Stattdessen erweitert jeder Spieler mit SHD Tech-Punkten sein Lager. Hier lassen sich auch die Kapazitäten für Granaten, Armor Kits und sonstigen Kram erhöhen, den man mitschleppen kann. Aber auch die Erfahrungspunkte, die man für Kopfschuss-Kills, mehrere Abschüsse in Reihe und so weiter erhält.

Der zweite Blick

Schaut man sich aber The Division 2 etwas genauer an, wird klar, wie viel mehr Arbeit im Titel steckt. Denn in Manhattan, dem winterlichen Setting des Vorgängers, war der Detailgrad lange nicht so hoch, wie jetzt. An jeder Ecke finden sich authentische Spielereien der Entwickler, die Washington D.C. zu einem glaubhaften Schauplatz werden lassen. Seien es kleinere Trucks mit quietschbunter Zuckerschock-Werbung oder auch einfach nur Müll auf der Straße. Auch Waschbären, die Mülleimer plündern, Rehe, die sich verlaufen oder Natur, die sich ihren Weg durch den Asphalt bahnt. Die Stadt ist an sich einfach wunderschön anzuschauen. Wer noch genauer hinschaut findet auch Graffitis, die auch durchaus lustig für uns sein können. In einer Mission steht auf einem Schrank „Miniwurst“. Welche Bedeutung das nun genau hat, lässt sich aber nicht abschließend klären.

Interessant ist auch der Mix der drei Fraktionen geworden. So gibt es diese nun nicht mehr nur länger auf dem Papier, sondern sie haben durchaus auch einen Einfluss. Denn es warten verschiedene Kontrollpunkte auf eure Rettung, die dann mit Essen, Trinken und Komponenten versorgt werden müssen. Als Belohnung winken Erfahrungspunkte und seltener Loot. Die vierte Fraktion tritt erst auf, wenn man das Maximallevel erreicht hat. Dann machen sich die Black Tusks breit und beeinflussen sogar Missionen, die man schon gemacht hat – und werden deutlich knackiger. Manche Missionen lassen euch zudem diverse Außenposten upgraden und gewähren so Zugriff auf neue Mechaniken. Rettet ihr beispielsweise einen Crafting-Spezialisten, steht euch dieser fortan in der Operationsbasis des Weißen Hauses zur Verfügung. Außerdem verbessert sich ein Außenposten, sodass ihr dort nun handeln könnt – was vorher nicht ging. Zwischen den Missionen lassen sich zudem auch wieder verschiedene Audioaufnahmen, nachgestellte Szenen und Ähnliches finden. Was für die Story vielleicht cool klingt, ist aber auf Dauer wieder etwas, was sich verläuft. Mehr oder minder nutzloser Sammelkram ist also auch wieder am Start.

Fazit

Ich muss sagen, dass The Division 2 in mir ein Wechselbad der Gefühle auslöst. Denn einerseits ist ein Looter-Shooter genau das, worauf ich mal wieder Bock habe nach fünf Jahren. Destiny 2 konnte mich leider nicht wirklich begeistern. Es macht einfach Spaß durch die schöne Welt zu stapfen, nach Kisten Ausschau zu halten und den Gegnern Einhalt zu gebieten. Andererseits sehe ich bisher leider nicht viele Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger, sodass ich glaube es wird nicht viele Interessenten finden, die bereit sind, den Vollpreis zu bezahlen. Und genau da könnte auch schon das größte Problem von The Division 2 liegen, denn sein volles Aroma entfaltet der Titel erst in einer Gruppe. Wenn man sich abspricht, gegenseitig Unterstützung bietet und einfach kommuniziert, um am Ende die dicke Belohnung einzuheimsen. Letzten Endes wird man aber abwarten müssen, wie es in rund einem Monat aussieht, wenn The Division 2 am 15. März 2019 für PlayStation 4, Xbox One und PC auf den Markt kommt. Bis dahin bin ich doch positiv überrascht vom Spiel.

the author

Neben Strategie-Spielen, mit denen mein Leben als Zocker begann, hege ich große Liebe zu Rollenspielen und Shootern gleichermaßen. Musikalisch bewege ich mich am liebsten im deutschen Rap und allgemein im (Hard)Rock. Als Redakteur konnte ich bereits bei spieletipps erste Erfahrungen sammeln und seit Mitte 2015 schreibe ich für die Redaktion von shooter-szene.de. Seit Mitte '17 besitze ich zudem einen eigenen Blog.

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9 Readers Commented

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  1. Sven Hutschenreuter

    Was mir direkt aufgefallen ist… die Grafik ist Schlechter als in teil 1 und das aus Max. Einstellungen… wirkt auch so unlebendig… im gegensatz zu teil 1…

  2. Peter Kubny
    Peter Kubny on 11. Februar 2019

    Ich habe jetzt nicht viele Veränderungen zu Teil 1 gemerkt. Die Grafik ist hübsch aber sonst erkenne ich kein Wert es sich zu zulegen.

  3. Henry Fair
    Henry Fair on 10. Februar 2019

    Mich stört am zweiten teil bisher genau das gleiche wie beim alten. Die KI der Gegner ist furchtbar und sie fressen einfach viel zu viel Schaden.
    Sehe mich immer wieder in Situationen in denen ich einfach von Deckung zu Deckung gedrängt werde weil mir einfach so viele bullet sponges entgegen laufen denen ihre Deckung komplett egal ist, denn wenn einer von denen stirbt warten ja noch 50 andere und ich sterbe ja nach ein paar Schüssen.
    Das versaut mir das Spiel einfach immer wieder.

    • Maurice Skotschir

      Henry Fair Ist aber glücklicherweise nicht mehr so extrem wie im ersten Teil.
      Aber ich finde es gut, dass die KI versucht zu flankieren. Da kommen nicht einfach alle aus einer Richtung. Zumindest bei mir.

    • Henry Fair
      Henry Fair on 11. Februar 2019

      Maurice Skotschir Naja flankieren fänd ich auch gut. Nur sollten sie dabei auch versuchen in Deckung zu bleiben. Mir laufen sie halt öfter einfach ungeschützt um meine Deckung rum und das hat ja nix mit flankieren zu tun 😀

    • Mike von Matterhorn

      Dir ist aber schon klar, dass du die ttk nicht mit der von zb wildlanda vergleichen kannst oder? Zumal die ttk in division 2 sehr gut funktioniert.

      Vermutlich hast du einfach zu wenig schaden um die jeweiligen gegner schnell zu killen

    • Henry Fair
      Henry Fair on 11. Februar 2019

      Mike von Matterhorn ja schon klar das hat rpg Elemente eingemixt und man kann sich starke Waffen farmen. Ich würde die ttk jetzt nicht als gut funktionierend bezeichnen aber mein größeres Problem hier ist eben die KI.

    • Mike von Matterhorn

      Henry Fair hmm, bis jetzt ist mir noch nichts aufgefallen, wo ich sage „ohman wie dumm ist die ki“

      Klar hat sie einige Aussetzer und man versteht gewisse Bewegungen der ki nicht, dennoch finde ich sie fordernd.

      Sie umzingeln, flankieren, sammeln sich an anderen Stellen usw.
      Da fand ich die ki im ersten Teil „dümmer“

    • Jens Schröder

      Ich finde die Mechanik im 2. auch etwas besser als die vom 1. Teil.

      Allerdings müsst Ihr doch mal im Kopf behalten, dass das keine KI ist sondern nur ein Haufen Bots mit Scripte. Also speziell bei stärkeren Gegnern merkt man, dass die Charger oder dicken LMG Tanks die einzigen sind, die Dich so aus der Deckung drängen. Und das macht es schon recht schwachsinnig. Man muss im Kopf behalten, dass es ein Shooter ist und kein MMO wo ein Tank den dicken Boss bei Laune halten kann. Bei The Division schieben sie Dich easy aus der Deckung. Man muss laufen und wird von den Snipern weg geholt, wenn die nicht vorher tot sind. Wenn ich das bei Seite schiebe, dann gefallen mir beide Games. Ich werde es mir vermutlich holen. Habe den 1. auch mit ein paar Leuten noch mal neu angefangen.

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