Review: Horizon Zero Dawn von -März 8th, 2017 at 5:00 pm

Pro

  • Wundervolle Landschaften
  • Liebe zum Detail
  • Setting
  • Packende Story
  • Gutes Gameplay
  • Passende Dialoge
  • Gute Synchro
  • Riesige und abwechslungsreiche Welt
  • Viele Möglichkeiten mit Items
  • Schöne Charaktere

Contra

  • Teilweise asynchrone Dialoge
  • Stellenweise zu einfach

Horizon: Zero Dawn begann mit einer interessanten Idee, die sich zu einem ansehnlichen Titel entwickelt hat. Herausgekommen ist ein unnachahmliches Open World-Epos, bei dem Zukunft auf Vergangenheit trifft.

Horizon Zero Dawn, das von den Machern der Killzone-Reihe entwickelt wurde, erblickte nun das Licht der Welt. Was kann der Titel? Wir verraten es euch.

 

 

Am 1. März 2017 wurde der Action-RPG-Titel Horizon Zero Dawn veröffentlicht. Entwickelt von Guerilla-Games, die vor allem durch die Killzone-Reihe bekannt geworden sind. Vertrieben wird das Ganze vom japanischen Elektronik-Riesen Sony. Durch die bereits bekannte Kooperation dieser beiden Unternehmen erschien der Titel auch exklusiv für die PlayStation 4. Bereits bei der Ankündigung vom Spiel auf der E3 2015 zog man viele interessierte Blicke auf sich. Mit und mit sickerten mehr Informationen durch und verschiedene Trailer wurden verbreitet. All dies machte immer wieder Lust auf mehr. Doch im Vorfeld hatte man auch beim Entwicklerstudio Zweifel, denn es war ein riskantes Projekt. Eine Mischung der Zukunft mit prähistorischen Elementen. Doch können die Zweifel bestätigt werden? Ich denke nicht.

 

 

Aloy und die Nora

 

Die futuristische Welt von Horizon Zero Dawn, auf der wir uns im wirklichen Leben zu bewegen, ist durch eine mysteriöse Katastrophe zerstört worden. Wenige Menschen konnten sich retten und haben überlebt. Wer überlebte befand sich in einer Zeit, die der Steinzeit stark ähnelt. Überlebende schlossen sich zu größeren Stämmen zusammen, von denen es drei gibt. Die Nora, Carja und die Banuk. Als Spieler übernehmen wir die Rolle von Aloy, einem verstoßenen Mädchen des Nora-Clans. Während die Menschheit zurück in prähistorische Zeiten katapultiert scheint, gibt es draußen, in der Welt, einen krassen Kontrast. Sehen wir nur wenige, harmlose Tiere, fallen einem sofort die Maschinen auf. Maschinen, die teilweise wie aktuelle Tiere aussehen, aber auch wie Dinosaurier. Einige werden wohl den T-Rex ähnlichen Gegner aus einem der Gameplay-Trailer gesehen haben. In dieser „Metallwelt“ müssen wir uns durchschlagen. Die Idylle, die wir in einem Moment haben, kann im anderen sofort wieder vorbei sein. Gefahren lauern an jeder Ecke, eine gegnerische Überzahl kann schnell tödlich werden und Aufgaben haben wir auch jede Menge. Eine unserer Hauptaufgaben ist dabei natürlich herauszufinden, welche Katastrophe die Welt heimsuchte.

 

Jäger und Gejagte

 

Eine spannende Geschichte

Schon der Beginn von Horizon Zero Dawn verbindet auf eine erstaunlich gute Weise Gameplay mit Erzählung. Damit werden wir gleichzeitig in das Spiel eingeführt und bekommen die Geschichte von Aloy erzählt.

 

Wir erfahren, wie sie aufwächst und alle grundlegenden Dinge über die große Welt von ihrem Ziehvater lernt. Schon früh wissen wir, was es bedeutet, eine Ausgestoßene zu sein. So gut wie jeder Kontakt mit Stammes-Mitgliedern ist verboten. Dennoch entscheiden wir uns, für das Gute einzustehen. Im Laufe der Zeit wird unsere Protagonistin älter und die Prinzipien verschieben sich. Andere Dinge sind wichtiger für Aloy, vor allem der Stamm. Sie kennt ihre Mutter nicht und erhofft durch die Erprobung, eine Zeremonie des Stammes, bei dem Herangewachsene und Ausgestoßene zu Kriegern des Stammes werden können, ebenfalls eine solche Kriegerin zu werden. Als Gewinner hat man zudem einen Wunsch frei. Doch, wie soll es anders sein, kommt es anders, als gedacht. Nun beginnt Aloy ihren Platz in der Welt langsam zu verstehen. Und wir werden auf die große, weite Welt losgelassen. Die Geschichte wird dabei spannend erzählt. Man kann nie so recht erraten, was wohl als nächstes passiert.

 

 

In dieser Welt gibt es unterschiedlich einzustufende Gefahren, die aber im entsprechenden Levelbereich kaum Probleme darstellen. Gerade am Anfang bekommen wir es mit eher langsamen oder schnell auszuschaltenden Gegnern zu tun. Anders als bei Far Cry Primal, mit dem man den Titel durchaus vergleichen kann, bekommt man nicht bereits im Anfangsgebiet übermäßig starke Gegner vorgesetzt. Aloy besitzt einen Gegenstand, den sie später „Fokus“ nennt, aus der Metallwelt. Mit dieser kleinen Spielerei, die sie am Ohr trägt, lassen sich wichtige Informationen der Umgebung abrufen. So scannt das Gerät vieles um einen herum, zeigt Gegner an, über die wir mehr Informationen – und Schwachstellen – angezeigt bekommen. Interessante Gegenstände werden hervorgehoben, Tiere, Verbündete und Loot-Stellen ebenso. Durch diese vielen Gegebenheiten können wir uns durchaus sehr gute Vorteile gegenüber unseren Gegnern verschaffen. Es ist allerdings kein Gegenstand, der mehr oder weniger als „Cheat“ durchgeht.

 

Haben wir die Schwachstelle einer Maschine ausgemacht, beginnt der Hauptaspekt des Spiels: der Kampf. In einem Kampf können wir auf verschiedene Weisen vorgehen und auf unterschiedliche Waffen zurückgreifen. Standardmäßig besitzen wir lediglich einen Speer und einen Standardbogen. Andere Waffen müssen bei Händlern im Tausch gegen Metallscherben erworben werden. Oder gegen Metallscherben und besonders seltene Items getauscht werden. Es gibt Schleudern, mit denen wir Kugeln mit Elementarschaden verschießen können sowie bessere Bögen, auch spezielle, für den Fernkampf. Und es gibt Stolperfallen, mit denen sich Gegner betäuben lassen können oder wir können ihnen hohen Schaden zufügen. Haben wir mal zu wenig Platz oder zu wenig Munition, lässt sich hier schnell Abhilfe schaffen. Überall in der Welt finden wir verschiedene Ressourcen, mit denen wir Munition herstellen können. Aber auch unsere Beutel können wir damit upgraden. Können wir anfangs beispielsweise nur 20 Pfeile tragen, lässt sich dies noch auf 60 erhöhen. Das ist im Verlauf von Horizon Zero Dawn sehr praktisch.

 

 

Hell leuchtend wie ein Weihnachts-baum

Kämpfe können wir in Stealth-Manier erledigen, indem wir uns im hohen Gras verstecken und Gegner anlocken. Den stillen Schlag, den wir ausführen können, wenn Gegner nah genug sind und uns nicht entdeckt haben, killt die Maschinen am Anfang mit einem Hieb. Bei größeren Gegnern müssen wir allerdings vorsichtig sein, denn diese stecken einiges mehr ein. Kennen wir die Schwachstelle eines Gegners, können wir effektiv dagegen vorgehen. Für uns gefährliche Waffen können wir zudem von feindlichen Maschinen abtrennen – und teilweise selbst nutzen. Treten wir aus dem hohen Gras hervor, erscheinen wir im Glanze des Lichts der Maschinen hell wie ein Weihnachtsbaum – um aus Splinter Cell zu zitieren. Uns bleibt dennoch die Möglichkeit, wichtige maschinelle Teile der Gegner abzutrennen, oder in den Nahkampf zu wechseln, denn Aloy kann auch gut mit ihrem Speer zuschlagen. Ebenfalls im Nahkampf lassen sich Teile der Maschinen abschlagen – allerdings sind wir auch ein leichtes Ziel. Doch auch hier können wir uns verbessern.

 

Das Fähigkeiten-System ist für ein Action-Rollenspiel dieser Art entsprechend. Es ist nicht zu komplex, vergisst aber auch keine wichtigen Vorteile. So lässt sich die Lautstärke von Aloy reduzieren, ihr Nahkampf-Schaden kann hochgeschraubt werden und wir können mehr Ressourcen sammeln und aus weniger mehr machen. Später lassen sich auch bis zu drei Pfeile mit dem normalen Bogen verschießen, um möglichst großen Schaden anzurichten. Und noch verschiedene andere Fähigkeiten. Dabei sei jedoch nochmal erwähnt, dass es keine überflüssigen oder unnötigen Fähigkeiten gibt.

 

 

Wunderschöne Welt

 

Während man bezüglich der Aufgaben immer was zu tun hat, gibt es auch Abseits der Quests immer etwas zu entdecken. Nicht selten bleibt man einfach mal stehen und genießt die Aussicht. Gerade dann, wenn die Sonne dämmert oder andere visuelle Effekte unsere Aufmerksamkeit erhaschen können. Wer in The Witcher 3 diese Erlebnisse bereits mit Geralt hatte, wird sie definitiv auch in Horizon Zero Dawn mit Aloy bekommen. Die Spielwelt ist wunderschön gestaltet und auch hier mit viel Liebe zum Detail. Kleine Bäche ziehen sich durch das bergige Land. Kleine Erhöhungen bieten eine schöne Landschaft und erhöhte Positionen sind immer einen Moment der Ruhe wert. Gleiches gilt für die musikalische Untermalung. Es passt einfach immer alles zusammen. Neben der guten Synchro gibt es allerlei Kleinigkeiten. Kleine Nebengeräusche lassen einen abseits der Kämpfe immer wieder die nötige Ruhe finden. Und die Erkundung der riesigen Welt ist sowieso eine der besten Nebenaufgaben im Spiel.

 

Das Setting von Horizon Zero Dawn wurde zudem hervorragend gewählt. Die Mischung aus prähistorischem Verhalten der Menschen gepaart mit einer futuristischen Umgebung dank der Überbleibsel aus der „Metallwelt“ und den hoch entwickelten Maschinen ist ziemlich gut gelungen. Was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, passt auf den zweiten erstaunlich gut. Wir treffen auf Maschinen, die an Dinosaurier und verschiedene andere Tiere angelehnt sind. Über existieren vergessene Ruinen aus der ehemaligen Zukunft und es fühlt sich toll an scheinbar übermächtige Gegner Stück für Stück auseinanderzunehmen. Der Titel macht so vieles richtig und einiges sehr gut.

 

 

Fazit

 

Spiel des Jahres!

Bei der Ankündigung von Horizon Zero Dawn auf der E3 2015 war ich bereits Feuer und Flamme. Endlich mal was Neues. Endlich etwas Frisches, worauf man sich komplett neu einlassen kann.

 

Als dann gesagt wurde, die Jungs von Guerilla Games entwickeln das Spiel, wusste man, es kann nur gut werden. Vor allem bekannt durch die Killzone-Reihe auf der PlayStation wussten Sony-Liebhaber, da kommt was Gutes. Und jeder Trailer, jede noch so kleine Kleinigkeit an Informationen machte immer mehr Lust auf das Spiel. Als die ersten Wertungen durchsickerten, war ich noch begeisterter, als zuvor. Und nun durfte ich selbst Hand anlegen und in die Rolle von unserer Ausgestoßenen Aloy schlüpfen. Und ich bin in keinster Weise enttäuscht. Selbst das Tutorial, das in vielen Spielen einfach nur überflüssig ist, macht in Horizon extrem viel Spaß und fesselt sogar. Man bekommt die ersten Geschichtsfetzen von Aloy erzählt und lernt gleichzeitig die Mechaniken des Spiels. Wirklich sehr gut umgesetzt. Doch sollte man vorsichtig sein, wenn das Spiel so früh schon einen Höhepunkt liefert? Nein. Die Begeisterung zieht sich immer weiter. Man möchte immer erfahren, wie es als nächstes mit der Story weitergeht – und hilft nebenbei immer mal wieder verschiedenen Stammesangehörigen. Durch den Wechsel zwischen forderndem Kampf und wunderschöner Spielwelt, hat man immer die nötige Abwechslung. Natürlich kämpft man oft auf eine ähnliche Weise, allerdings verlangen verschiedene Gegner auch immer wieder verschiedene Herangehensweisen. Jeder, wirklich jeder, der eine PlayStation 4 oder Pro sein eigen nennt, muss sich Horizon: Zero Dawn anschauen. Gerade dann, wenn euch Far Cry Primal zu bieder war oder ihr The Witcher 3 geliebt habt. Denn in der Welt von Aloy gibt es so viele bessere Dinge, als der letzte Far Cry-Ableger es geboten hat. Ein absoluter Pflichtkauf. Mein Spiel des Jahres.

Review: Horizon Zero Dawn
the author

Neben Strategie-Spielen, mit denen mein Leben als Zocker begann, hege ich große Liebe zu Rollenspielen und Shootern gleichermaßen. Musikalisch bewege ich mich am liebsten im deutschen Rap und allgemein im (Hard)Rock. Als Redakteur konnte ich bereits bei spieletipps erste Erfahrungen sammeln und seit Mitte 2015 schreibe ich für die Redaktion von shooter-szene.de

Facebook Kommentare:


6 Readers Commented

Join discussion
  1. Jonny Dawn

    Ne PC Fassung hatter echt drin sein könnten.

Hast du was zu sagen?