Samsung Gear VR im Hands On

Mit der Samsung Gear VR präsentieren Oculus und Samsung die neueste VR-Brille für den Handymarkt und zeigt wie VR auch auf Mobilgeräten voll zur Geltung kommen kann.

 

Virtual Reality ist das nächste große Ding in der Videospielwelt und ganz vorne dabei sind natürlich die Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR. Allerdings hat Oculus noch ein weiteres Eisen im Feuer um auch auf dem Mobilmarkt präsent zu sein. In Zusammenarbeit mit Samsung erschufen sie die Gear VR Brille, in welche das Smartphone vorne einfach eingesetzt wird und quasi das integrierte Display einer richtigen VR Brille ersetzt.

 

Wir hatten nun etwas Zeit, die finale Verkaufsversion auszuprobieren um herauszufinden, ob die Gear VR eine gute Alternative zu den anderen VR Brillen wie die Rift und Co. darstellt.

 

Voraussetzung und Ausstattung

 

Im Gegensatz zu den anderen VR Brillen, welche entweder einen potenten Rechenknecht oder eine Playstation 4 benötigen, setzt die Gear VR lediglich ein passendes Smartphone voraus und wie nicht anders zu erwarten funktioniert die Brille auch nur mit ausgewählten Samsung Smartphones. Zu den kompatiblen Geräten zählen das Galaxy S7, Galaxy S7 Egde, Galaxy S6, Galaxy S6 Edge, Galaxy S6 Egde+ und das Galaxy Note 5. Sollte sich eines dieser Geräte in eurem Besitz befinden, kann der Spaß rein theoretisch los gehen.

 

 

Gear VR 04

 

 

Dazu schließt man das Smartphone einfach über den integrierten Mini-USB Anschluss an die Brille an und klemmt es auf der anderen Seite fest. Bei der ersten Verwendung installiert sich automatisch die benötigte Oculus Home Software, über welche man zum einen Apps starten und diverse weitere Funktionen nutzen kann, zum anderen aber auch im eigenen Store stöbern und sich einige kostenpflichtige und kostenlose Apps und Inhalte herunterladen kann. Noch ist das Angebot im Store jedoch relativ überschaubar, besonders bei den kostenlosen Apps hat man leider noch keine wirklich große Auswahl. Trotzdem findet man dort schon einige Interessante und gut gemachte Inhalte.

 

Schaut man sich die Gear VR von der Verarbeitung her etwas genauer an, wirkt diese schon recht gut und hochwertig. Vergleicht man sie jedoch direkt mit den großen Brüdern merkt man ihr den günstigeren Preis schon an. Auch der atmungsaktive Stoffbezug rund um den Brillenrahmen wurde nun durch eine dickere Fleece-Beschichtung ersetzt. Diese liegt zwar ähnlich gut am Gesicht an, lässt jedoch die Wärme, welche sich im Inneren bildet, nicht vernünftig entweichen. Somit muss man schon nach kurzer Zeit die Brille für einen Augenblick abnehmen um den Bereich ein bisschen mit Frischluft zu versorgen. Aber, dafür, dass die Brille regulär eine UVP von knapp 100 Euro hat, geht das schon in Ordnung.

 

 

Gear VR 03

 

 

Um durch die jeweiligen Menüs zu steuern benutzt man das an der rechten Seite integrierte Touchpad, welches sehr gut und intuitiv reagiert. Der einzige negative Aspekt ist, dass man gelegentlich ungewollt das Touchpad betätigt wenn man beispielsweise die Brille richtig am Kopf ausrichten möchte. Zusätzlich befindet sich an der Oberseite ein Drehrad über das man die Linsen ein wenig verschieben und somit das Bild der Sehstärke entsprechend anpassen kann. Außerdem befindet sich noch ein Mini-USB Stecker an der Unterseite um zusätzliche Peripherie wie Gamepads anschließen zu können.

 

Bildqualität und VR-Angebot

 

Als Anmerkung zur Bildqualität sei noch gesagt, dass wir die Gear VR mit dem Galaxy S7 Edge für das Hands On ausprobiert haben, das heißt, dass sich die Bildqualität im Gegensatz zu unserer Erfahrung noch minimal, bedingt durch die Displaygröße des jeweiligen Smartphones, verändern kann.

 

An und für sich geht die Bildqualität im VR-Bereich mehr als in Ordnung. Es war zwar während der Testphase besonders bei sehr hellen Situationen ein leichtes Gittermuster zu erkennen, dieses fiel aber auch nur bei genauem Hinsehen auf und störte zu keiner Zeit. Die Latenzen und die dementsprechenden Reaktionszeiten bei Kopfbewegungen fielen erstaunlich gering aus und sorgten in unserem Fall nicht einmal zu dem sogenannten Motion Sickness Effekt. Auch die Steuerung der einzelnen Menüs und innerhalb des Stores über das Touchpad funktionierte gut, fast schon zu gut, denn wie schon beschrieben betätigte man eben dieses auch wenn man nur kurz die Brille vernünftig ausrichten wollte. Hat man die Brille erst einmal aufgesetzt bemerkt man in den äußeren Bereichen, dass das Bild dort ganz leicht zu verschwimmen scheint. Dies liegt vermutlich an den Linsen die dadurch den Fokus auf die Mitte des Bildes richten und da man sich eh hauptsächlich durch die Kopfbewegung in der jeweiligen Welt umschaut, stört der Außenbereich überhaupt nicht.

 

 

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An VR-Inhalten standen uns diverse 360 Grad Fotos und Videos zur Verfügung. Besonders die Bilder waren ziemlich faszinierend und machten richtig Lust auf mehr. Die 360 Grad Videos waren teilweise etwas anstrengend, wie zum Beispiel die Fahrt in einem Formel 1-Boliden. Dafür hatte das Video meiner Meinung nach nicht genug FPS um ein klares, flüssiges Bild zu liefern.

 

Des Weiteren probierten wir einen kleinen kostenlosen Weltraum-Shooter aus, welcher ebenfalls ziemlich gut das VR-Gefühl vermitteln konnte. Auch die Steuerung funktionierte lediglich mittels der jeweiligen Blickrichtung sehr gut und genau. Was uns wirklich begeisterte war eine kurze Szene aus der Jurassic World-Anwendung in der wir einem „echten“ Apatosaurus gegenüberstanden. Diese Szene sah verdammt echt aus und vermittelt ziemlich gut dieses gewisse Mittendrin-Gefühl.

 

Als letztes probierten wir noch den normalen Videoplayer aus. Über diesen können wir heruntergeladene oder bereits auf dem Smartphone vorhandene Videoinhalte in einer Art Kinosaal angucken. Der Kinosaal an sich ist dabei dreidimensional und unser Video wird dann auf der großen Leinwand gezeigt. Eine wirklich witzige Funktion um auch nicht 3D-Inhalte in die virtuelle Realität zu übertragen.

 

 

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Fazit

 

Für knapp 100 Euro bietet die Gear VR auf jeden Fall ein gutes VR-Erlebnis. Man sollte aber auch bedenken, dass man dafür auch ein geeignetes Smartphone benötigt. Es ist also völlig sinnfrei, sich ein passendes Smartphone zu holen nur um die Gear VR nutzen zu können. Für den Gesamtpreis kann man sich rein theoretisch auch gleich eine Oculus Rift kaufen. Letztendlich konnte die Bildqualität überzeugen und das ganze Handling und die Steuerung trug ihren Beitrag zum Mittendrin-Gefühl bei. Allerdings ist die Brille definitiv nichts für lange Zock- oder Filmabende. Dafür ist der Tragekomfort unserer Meinung nach nicht gut genug. Außerdem ließ das VR-Angebot im Store noch etwas zu wünschen übrig. Aber dieses Problem werden natürlich auch die großen Geschwister zu Anfang haben, denn auch für diese gibt es zum Start nur ein überschaubares Angebot an lohnenswerten Inhalten. Wer also bereits ein kompatibles Smartphone besitzt und gerne mal in die VR Welt eintauchen möchte, macht mit der Gear VR eigentlich nichts falsch. Nur zu viel erwarten sollte man nicht, denn mit Oculus Rift und Co. kann die Gear VR auch mit dem besten Gerät der Galaxy-Familie nicht mithalten.

the author

Ich zocke eigentlich so ziemlich alles an Action Kram, was mir in die Finger kommt, bevorzugt natürlich Shooter und Action Adventure wie beispielsweise Battlefield und die Tomb Raider Reihe. Allerdings bezeichne ich mich auch gern mal als Teilzeit-Videospiel-Masochist, da auch Bloodborne und die Dark Souls Reihe mir schon hunderte Stunden meiner Lebenszeit geraubt haben. Aber diese Stunden waren es wirklich wert! Praise the sun!

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