Mit Endzone – A World Apart wollen uns die Entwickler der Gentlymad Studios in die Postapokalypse entführen – diesen Eindruck macht die Closed Beta bisher.

Vermutlich hat der ein oder andere bereits von Endzone – A World Apart gehört, das von einem deutschen Entwicklerstudio entwickelt wird. Für alle anderen haben wir hier eine kleine Preview vorbereitet, um euch das Spiel einmal vorzustellen, denn wir haben Zugang zur Closed Beta und konnten uns einen ersten Eindruck des Strategiespiels verschaffen.

Von Pizza zum Strahlenschutz

Verantwortlich für das Projekt Endzone zeigen sich die Gentlymad Studios, die zuvor an Pizza Connection 3 gearbeitet haben und dadurch dem ein oder anderen ein Begriff sein könnten. Im postapokalyptischen Endzeit-Szenario geht es aber weniger darum, den perfekten Belag zu finden, als dass es ums nackte Überleben geht. Denn Eco-Terroristen haben sich vor rund 150 Jahren in die Systeme von Atomkraftwerken auf der ganzen Welt gehackt und diese zur Kernschmelze gebracht. Ihr Beweggrund war einfach: den Regierungen dieser Welt einen Denkzettel verpassen. Allerdings haben sie die ganze Menschheit getroffen, die sich daraufhin in unterirdische Bunker, sogenannte Endzones, zurückziehen mussten. Von dort aus beobachteten sie, wie sich die Erde langsam regeneriert hat und entschieden, zurück an die Oberfläche zu gehen. Doch hier müssen sie sich neuen Problemen stellen und den Kampf ums Überleben aufnehmen.

Sandbox bis zum Umfallen

Findige Strategiespieler werden beim ersten Spielstart sofort an einen anderen Titel des Genres erinnert: Banished. Denn auch in Endzone – A World Apart geht es darum mit einer kleinen Siedlertruppe die Widrigkeiten zu überleben. Aktuell bietet der Titel allerdings nur einen Sandbox-Modus mit zufallsgenerierten Karten, die wir im Vorfeld mit ein paar Parametern beeinflussen können. Dabei können wir wählen, mit wie vielen Siedlern wir starten möchten, ob es auf der Karte viele oder wenig Berge, Seen, Wälder und Ruinen gibt. Im fertigen Spiel soll es dann noch einige Szenarien und mehr Gameplay-Events geben. Der Sandbox-Modus ist zwar durchaus spaßig und motivierend, dennoch wären noch weitere Spielmodi wünschenswert. Denn anders als im mittelalterlichen Pendant bietet Endzone (noch?) keinen Mod-Support.

Mit einem Schulbus, um den sich ein kleines Lager gebildet hat, startet man ins Spiel und muss natürlich zuallererst die Grundversorgung seiner erwachsenen Siedler und den Kindern sicherstellen. Dies geschieht durch die drei Grundpfeiler einer jeden Siedlung: Wasser- und Nahrungsversorgung sowie Häuser, in denen man es etwas komfortabler hat. Bevor man jedoch wild drauf los baut, sollte man einen Moment inne halten und überlegen, was am sinnvollsten ist, da die wertvollen Anfangsressourcen begrenzt sind. Für die Wasserversorgung bauen wir eine Zisterne möglichst in die Nähe eines Gewässers, in das wir dann einen Steg setzen. Dadurch können wir das flüssige Gold einsammeln und, wichtig, speichern. Flott noch eine Fischerhütte daneben an das Ufer gesetzt und den Bewohnern ihren Job zugewiesen und schon haben wir zwei Drittel der Grundversorgung geregelt. Nun fehlt nur noch ein Zeltlager, in dem bis zu 25 Siedler Platz finden, sodass sie ein Dach über dem Kopf haben und sich vor Strahlung schützen können – und schon ist der Start gut gemeistert.

Dilemma folgt auf Dilemma

Das wirkliche Dilemma beginnt nämlich nun, denn die Baumaterialien sind, wie erwähnt, zu Beginn nur begrenzt verfügbar. Im nächsten Schritt sollten wir also dafür sorgen, dass wir davon welche ranschaffen. Dies erledigen wir entweder, indem wir die passenden Gebäude wie Holzfäller oder Schrottsammler bauen und den Einwohnern den passenden Job zuweisen, oder wir legen ein Sammelgebiet fest. Bei Letzterem werden Siedler, die keinem Beruf zugeteilt wurden, automatisch anfangen alles im entsprechenden Radius einzusammeln. Das ist zwar die einfachste und schnellste Methode, allerdings nicht unbedingt die effektivste. Wir müssen nämlich immer die Aufgabenverteilung im Auge behalten und unter Umständen abwägen, ob Siedler nicht an anderen Stellen dringender gebraucht werden, als aktuell. Kinderarbeit gibt es bei Endzone nicht. Wenn die Arbeitskraft knapp wird, können wir also nicht im Frostpunk-Stil auf tüchtige Kinderhände zurückgreifen.

Dennoch haben auch Kinder ihre Vorteile, denn sie reifen mit der Zeit zu jungen Erwachsenen heran und können dann ebenfalls Aufgaben übernehmen. Alternativ können wir sie auch auf eine Schule schicken und ihnen Bildung verschaffen, wodurch sie später komplexere Aufgaben übernehmen können. Doch hier winkt uns gleich das nächste Dilemma: wie wichtig ist die Schule? Diese benötigt nämlich ebenfalls die wertvollen Bauressourcen, die danach selbstverständlich an anderer Stelle fehlen können. Außerdem sollten wir immer ein Auge auf den Geigerzähler und die mögliche Bodenfeuchtigkeit werfen. Ist ein Gebiet radioaktiv verseucht, sollte diese Gefahr wohl zuerst entfernt werden, wohingegen trockene Baugebiete nicht unbedingt vorteilhaft für unsere Nahrungsproduktion sind.

Der Tod, ein ständiger Begleiter

Sollte euch doch einmal das Gefühl beschleichen, dass euch etwas entgehen könnte, werdet ihr am unteren Bildschirmrand über die wichtigsten Neuigkeiten informiert. Fehlt es Siedlern an Nahrung, Wasser oder Zuflucht, wird es euch dort angezeigt. So hilfreich diese Anzeigen auch sind, ist es manchmal schon zu spät, bevor ihr überhaupt reagieren könnt. Denn der Tod ist in Endzone – A World Apart ein ständiger Begleiter, der zu jeder Zeit knallhart zuschlägt, wenn ihr nicht aufpasst. Das wird vor allem dann deutlich, wenn eine der unterschiedlichen Katastrophen anstehen und eure Siedlung heimsuchen wollen. Als wäre der postapokalyptische Alltag noch nicht fordernd genug, stehen unter anderem Dürreperioden und Sandstürme an. Während Dürren eure Felder vertrocknen können, verlangsamt der Sandsturm eure Bewohner. In Zukunft soll der Sturm zusätzlich noch Gebäude beschädigen und so wertvolle Ressourcen für die Reparatur fordern.

Das sorgt im Endeffekt dafür, dass der Schwierigkeitsgrad noch ein Stückchen weiter anzieht, denn Endzone ist so oder so schon ein durchaus forderndes Spiel. Ihr Übriges tun die noch in Maßen vorhandenen Erklärungen. Für die angesprochenen Extremsituationen gibt es beispielsweise noch keine Tipps, sodass es hier erst mal heißt: learning by doing. Man wird also definitiv das ein oder andere neue Spiel anfangen (müssen), bis man einen Lauf hat und weit vorankommt. Bei der Benutzerführung und dem Balancing wollen die Entwickler aber noch bis zum Early-Access-Launch im Frühjahr 2020 nachbessern. Das scheint bisher auch gut zu gelingen, denn die Closed Beta bekommt bereits am laufenden Band Patches, die sich rund um Fehlerbehebungen, Optimierungen und andere Anpassungen drehen.

Fazit

Maurice „DerSkotschir“ Skotschir:Endzone – A World Apart ist durchaus ein Titel, der vor Potenzial nur so strotzt – doch ihm fehlt noch der Feinschliff. Und das ist nicht weiter schlimm, denn aktuell befindet man sich noch in einer frühen Phase des Entwicklungsstadiums und hat somit noch genug Zeit, das Potenzial auch voll auszuschöpfen. Eines ist aber schon klar: die Entwickler haben verstanden, was es heißt süchtig machende Spielmechaniken zu finden und einzubauen. Durch das noch anzupassende Balancing wechseln unsere Emotionen öfter zwischen Begeisterung und Frustration hin und her, aber hier will man ja noch nachbessern. Schade ist lediglich, dass man noch keine Beziehung zu seinen Siedlern aufbauen kann, sodass Einzelschicksale leider vollkommen irrelevant sind. Mehr als eine Zahl im User Interface sind sie bisher also nicht. Sollte man aber (weiterhin) richtige Entscheidungen treffen, steht Endzone eine rosige Zukunft bevor, an dessen Ende man vielleicht sogar am Thron der Survival-Strategiepsiele landet. Das Potenzial dafür ist definitiv vorhanden. Werden die geplanten Szenarien mit packenden Geschichten umgesetzt, ist auf jeden Fall ein weiterer Schritt in die richtige Richtung getan. Gerade, weil es wahrscheinlich keine Kampagne geben wird. Wer sich für Spiele dieser Art interessiert, sollte definitiv einen Blick riskieren – alle Vorbesteller erhalten sofortigen Zugang zur Closed Beta. Schlagt zu!

Preis: 20.99 Euro oder 30.99 Euro (mit Soundtrack)

Webseite: https://endzone-game.com

Discord: https://discord.gg/HF7SaH7

Steam: https://store.steampowered.com/app/933820

the author

Geboren als echter Strategiespieler, hege ich mittlerweile auch eine große Liebe zu Rollenspielen. Während meine Ohren nur den Klang von feinsten Gitarrenriffs der Rock- und Metalmusik vernehmen, verwirre ich sie gelegentlich mit deutschem Sprechgesang. Meine große Liebe zu den Videospielen besiegelte ich mit dem Einstieg als Redakteur bei spieletipps.de. Mittlerweile bin ich auf meinem eigenen Blog und bei Shooter-sZene.de unterwegs. Außerdem könnte man mich als Community Manager beim besten deutschen Publisher Assemble Entertainment kennen.

Facebook Kommentare:


No comments yet.

Hast du was zu sagen?