Fortnite: Battle Royale Preview – Das bessere PUBG?

Ein neuer Kampf um die Battle Royale-Krone hat begonnen. Aber wie gut ist Fortnite: Battle Royale im Detail und Direktvergleich zu seinem Pendant PUBG?

Der Tag ist gekommen, Fortnite: Battle Royale ist erschienen. Und Playerunknown’s Battlegrounds könnte ernsthafte Konkurrenz bekommen. Bluehole hatte schon vorher Sorge, dass Epic Games Nutzen aus ihren Entwicklungen zieht, da sie die Unreal Engine 4 mitnutzten, um ihre Vision von Battle Royale in PUBG zu verwirklichen. Wir fragten dazu bereits einen Anwalt und analysierten das Vorgehen von Epic Games und Bluehole und stellten fest, wo es alles enden könnte. Eines ist sicher: Epic Games hat Erfahrung mit Shooter-Spielen, mit ihrer Software und ist deutlich größer als Bluehole. Doch wie wirkt sich das auf das Spiel aus?

 

 

Die Preview


Theoretisch könnte die gesamte Preview um das Gameplay gehen. Schließlich handelt es sich nur um einen Modus des Hauptspiels Fortnite. Und da das Gameplay in einem Battle Royale Shooter wohl der ausschlaggebendste Faktor ist, werden wir uns besonders hierauf konzentrieren. Grafik, Sound etc. indes wurden bereits in der Preview zu Fortnite angesprochen, welches am Ende noch einmal verlinkt ist. Dabei sind, besonders durch die aktuelle Streitsituation zwischen Epic Games und Bluehole, Vergleiche zwischen ihren beiden Spielen mit eingebunden.

 

Beginnen tun wir das Spiel im Hauptmenü, also so gesehen nichts besonders. Hier können wir unsere Lobby mit Mitspielern füllen – oder Solo das Matchmaking betreten. Nach einem ersten Download geht dies auch zackig von dannen und man sieht auch, wie viele noch auf ein Spiel warten. Die Lobby wird gefüllt und dann wartet man knapp über eine Minute. Hier kann man Waffen aufheben, etwas rumlaufen und tanzen! Also alles, außer Crafting und Ressourcenabbau, dies bleibt uns hier verwehrt. So weit, so gut.

 

Auffällig ist das Interface, welches natürlich etwas anders ist, als jenes aus Playerunknown’s Battlegrounds. In einigen Punkten zumindest. Zwar finden wir auch hier die Kompassnadel wieder (Welche aber keine Innovation von Bluehole ist) und eine Lebensanzeige, welche aber auch mit Zahlen zeigt, über wie viele Lebenspunkte wir noch verfügen. Dazu haben wir rechts unten ein kleines Fenster mit Schnelltastenbelegungen. Hier können wir sofort sehen, welche Waffe auf welcher Nummer oder welchem Buchstaben platziert ist. Außerdem, unter der Minikarte, finden wir einen Timer, der den nächsten Sturm voraussagt. Dieser ist, ähnlich wie in Playerunknown’s Battlegrounds, eine tödliche Region… Außer im „Auge“. Der „Sturm“ ist also die blaue Wand, die das Gebiet langsam verkleinert.

 

 

Der Kampf möge beginnen


Interessant wird es jetzt, wenn es in das „Flugzeug“ geht. Beziehungsweise in den fliegenden Bus, welchen wir aus dem Hauptspiel kennen. So warten wir darauf, dass wir endlich aus diesem mit unserem Fallschirm bepackt rausspringen können. Zwar kann man wie in PUBG den Flug kontrollieren, auch beim Fallschirm, jedoch fällt bereits hier auf, dass alles etwas „schneller“ von dannen geht. Wir sind wendiger mit und ohne Fallschirm. Und zwar deutlich.

 

Auf dem Boden angekommen beginnt direkt die Schlacht um den guten Loot und das Überleben. Und hier entscheidet sich, ob Fortnite: Battle Royale ein würdiges Battle Royale Spiel ist, oder nur Rumgehampel und nur viel Action, aber wenig Taktik erfordert.

 

Auch in Fortnite: Battle Royale ist die punktuelle Landung in einem guten Gebiet wichtig. Oder in einem, wo keiner ist. Je nach dem. Taktik wird also direkt zu Beginn gefordert. Denn schnell ist guter Loot vergriffen, gute Waffen werden rar. So fällt schnell der erste Gegner, der zweite und auch weitere danach.

 

 

Taktik vor Rushing


Man mag es kaum glauben, aber Taktik spielt eine größere Rolle in diesem Spiel, als man denkt. Zumindest, als ich dachte. Zwar ist es kein Vergleich zu dem sehr schleichendem Playerunknown’s Battlegrounds, jedoch kann man sich deutlich rasanter fortbewegen, da das ganze Gameplay einem ein Gefühl von „Wendigkeit“ gibt. Indes sollte man vermeiden, einfach „Augen zu und durch“ zu probieren. Der Wartende hat stets den Vorteil, der Highground gibt einem den möglichen, entschiedenen Vorteil und auch Anschleichen ist eine Option, welche mir nicht nur einmal das Leben gekostet hat, oder den nächsten Kill erbrachte.

 

Schießen hingegen ist nicht so kompliziert wie in Playerunknown’s Battlegrounds. Die Waffen liegen „fester“ in der Hand, haben keinen massiven Recoil – also nicht nahe der Realität. Jedoch auch nicht so wie im Hauptspiel. Gezielte Schüsse müssen schon sein, um einen Gegner auszuschalten. Und diese muss man erstmal versuchen, zu setzen. Man kann es ungefähr mit H1Z1: King of the Kill vergleichen.

 

 

Craften oder nichtcraften, das ist hier die Frage!


Crafting ist ein wichtiges Element in diesem Spiel. Es erlaubt dir, an Orte zu gehen, an die man sonst nicht käme. Oder deinem Gegner eine Falle zu stellen und dir einen Bunker mit taktischen Vorzügen zu bauen. Wer baut, kann im Vorteil sein. Oder im Nachteil. Denn Bauen erfordert Ressourcen. Und diese gilt es erstmal abzubauen. Dabei kann Abbauen ganz schön laut sein, ganz schön offensichtlich (ebenso wie Crafting) und sowohl über Geräusche als auch die optische Veränderung deine Position verraten.

 

So kann man aus adäquater Entfernung bereits erkennen, wo wer baut. Dazu muss man nicht einmal die Person selbst sehen, es reicht, das sich errichtende Bauwerk zu erkennen. Und aus weiter Entfernung hört man sogar leise, wie sich das Bauwerk zusammenpflastert. Entsprechend auch, wenn man wild mit der Spitzhacke auf etwas einkloppt. Im folgendem Bild könnt ihr sehen, wie genau ich das meine. Aus der entsprechenden Entfernung konnte ich bereits den Zimmermann beim Zimmern zuhören, sehen tut man sein Bauwerk ebenfalls deutlich. Wenn eine Wand abgerissen wird, erzeugt dies entsprechend auch einen erkennbaren Effekt, den man aus der Entfernung gut sehen kann.

 

 

Vorzugsweise kann man Crafting nutzen, um den Gegner von Oben (wie in einem Haus) zu überraschen, ihn zu verwirren, oder den Weg abzusperren. Schnell ein Fenster hinzugefügt und schon kannst du dadurch schießen. Crafting geht, wie im Hauptspiel, schnell und einfach. Mit den F-Keys kann man die verschiedenen Typen auswählen und direkt platzieren, ohne weitere Umstände. Sofern denn die Ressourcen ausreichen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Endkampf (zu diesem kam es bei der Review leider nicht) interessante taktische Einsatzmöglichkeiten für das Crafting bereithält. Ich bin gespannt auf die Kreativität der Spieler, ein Bauwerk klug einzusetzen, um zu gewinnen. Noch spannender dürfte Crafting auch im Squad sein. Hier kann man verschiedene Punkte besetzen und, auch wenn eine Wand schnell fallen kann, gut überwachen. Hoffentlich artet dies nicht in einen Camping-Marathon aus, denn die Geschwindigkeit des Spiels gefällt mir bis hierhin sehr.

 

Dadurch, dass man alles in Fortnite abbauen kann, kann man im Battle Royale Modus natürlich auch Häuser, Bäume etc. mit einer Waffe, einer Granate etc. zerstören. Dies wird besonders dann interessant, wenn man mit einen 4er-Squad ein gegnerisches Squad in einem Haus von außen angreift. Diese sind in ihrem Haus nicht lange sicher. Eine Granate und zack sind schützende Wände abgerissen. Gleiches gilt auch für Bäume, Wälle etc. So kann man sich nicht dauerhaft hinter etwas verbarrikadieren und Granaten sind besonders im Endkampf entscheidend.

 

 

Kleinere Karte – Größerer Spaß


Im Gegensatz zu Playerunknown’s Battlegrounds finden wir eine kleinere Karte wieder. Logisch, denn wir können auch kein Autofahren. Diesen kann man lediglich verschrotten. Dies ist aber kein Negativpunkt. Die kleinere Karte sorgt für entsprechenden „Zwang“. Ein leeres Gebiet findet man, zumindest ich beim Spielen, sehr selten. Damit wird die Geschwindigkeit des Spiels erhöht, die Taktik im weiteren Verlauf bleibt jedoch bestehen. Wir haben es  hier aber nicht mit einem durch und durch taktisch basierten Spiel wie bei PUBG zu tun. Aber wie bereits erwähnt: Rushen ist nicht die beste Methode. Dies musste ich am eigenen Leib mehrmals erfahren.

 

Dennoch ist die Karte gut gefüllt mit einigen Sehenswürdigkeiten, Häusern, Hallen, Bauernhöfen und Dörfern. Es gibt auch Landschaften. Wer es schafft, kann auch ein wenig die Aussicht genießen. Hervorzuheben ist auch der Tag- und Nacht-Zyklus. Dieser hat einen schönen Nebeneffekt und bei Nacht wird das Entdecken von Gegnern etwas schwerer, dafür sieht man das Aufblitzen eines Schusses viel deutlicher.

 

Der Loot auf der Karte ist nicht spärlich, aber in Fortnite: Battle Royale gibt es auch nicht die Massen an Ausrüstungsteilen wie in PUBG. So findet man dann doch mal guten Loot, zu lange sollte man trotzdem nicht warten. Und einige Besonderheiten gibt es auch in Fortnite: Battle Royale, denn das Hauptspiel bietet ein großes Waffenarsenal, so auch Battle Royale. Den Loot kann man teilweise bereits aus der Entfernung erkennen, da dieser über dem Boden schwebt und funkelt. Außerdem gibt es Lootkisten, welche ein Geräusch von sich geben, wenn man ihnen näherkommt.

 

 

Zuschauermodus


Es gibt sogar einen Zuschauermodus, welchem ich hier ein, zwei Absätze schenke. Schlichtweg etwas, was sehr in Playerunknown’s Battlegrounds immer noch fehlt und schmerzlich vermisst wird. Zwar kann ich mir nicht jeden Spieler beliebig ansehen und verfolgen, sondern nur jenen, der mir den Todesstoß versetzt hat. Aber so habe ich zumindest einen Rückschluss darauf, wo er sich denn befand. Und kann sogar sehen, wie viel Leben er noch hatte. Das ist klasse!

 

Waffen


Kommen wir zum letzten Teil des Gameplays. Und damit sind wir auch beinah durch mit der Preview. Die Waffen lassen sich überall auf der Map, in Schatzkisten und in Drops finden. Jede Waffe hat aber, wie im Hauptspiel, eine Stufe. (Also Grau, Grün, Blau, Lila) und ggf. auch Orange – obwohl, aktuell bin ich mir nicht sicher, ob es auch Legendary-Waffen gibt. Besitzt man so eine super seltene Waffe, am besten eine Automatic-SR, so kann man mit gezielten Schüssen unglaublichen Schaden ausrichten. Selbiges gilt z. B. auch für seltene Gewehre und Maschinenpistolen. Deren Schaden übersteigt ein Vielfaches den Schaden einer normalen AR. Ob das fair ist? In unserem Squad haben wir festgestellt, dass die Balance zwischen den verschiedenen Waffen noch nicht ganz gegeben ist.

 

Waffen sollten sich jedoch nicht von der Wertigkeit unterscheiden dürfen. Mal abgesehen im Vergleich zu verschiedenen Modellen darf eine AK immer nur so viel Schaden ausüben, wie eine AK Schaden ausübt. Und nicht mehr, weil sie „Very Rare“ ist. Warum ist sie denn rare? Wurde sie von Putin höchstpersönlich abgefeuert? Selbst dann würde sie immer noch den gleichen Schaden wie jede andere AK ausüben. Ich denke, mein Standpunkt hier ist klargeworden.

 

Etwas fehlt


Man bekommt ein wenig das Gefühl, dass das Spiel noch nicht vollständig ist. Abgesehen davon, dass Leaderboards und Statistiken noch nicht vorhanden sind (jedoch folgen werden), und man sich so nicht mit seinen Freunden und der Welt vergleichen kann, fehlt noch irgendwas. Die Möglichkeit vielleicht, Waffen zu customizen, oder auch seinen eigenen Charakter zu erstellen. Hier wäre es nicht schlecht, wenn jeder bekannte Held aus dem Hauptspiel beim Erstellen eines Charakters zur Verfügung steht und man Haare wie Farbe und Basiskleidung ändern kann. Und dann Hüte, Kleidung etc. später noch über Crates freischalten kann. Also so wie in beinah jedem Spiel, in welchem es Lootcrates mit Design-Stuff gibt.

 

So haben wir haufenweise gleich aussehende Charaktere rumlaufen, und das nimmt ein wenig den Charakter des Spiels weg. Und davon abgesehen, wären mehr Nahkampfwaffen auch keine schlechte Idee, welche gerade am Beginn eines Spiels einen Unterschied machen können.

 

Fazit und die Frage: Was ist besser? PUBG oder F:BR?

Ich vergleiche häufig Playerunknown’s Battlegrounds und Fortnite: Battle Royale. Eine wirkliche Wertung kann ich hier aber nicht aussprechen. Beide Spiele haben einen ähnlichen Kern, sind aber vom Gameplay her grundverschieden. Klar, es ist ein Shooter. Und die Elemente aus dem Battle Royale Genre sind vorhanden. Man springt mit 99 Menschen auf eine Insel und bekämpft sich… Und hier enden auch die großen Ähnlichkeiten schon wieder.

 

Fortnite: Battle Royale ist eine gute Alternative zu Playerunknown’s Battlegrounds, wenn man mit etwas weniger Ernst an die Sache rangehen möchte – wenn es mal etwas schneller, leichter und spaßiger zur Sache gehen darf. Genau so braucht man aber auch in Epic Games Version eine gewisse Portion Taktikverständnis. Und durch frisches Gameplay, Crafting, anderen Waffen, kleiner Insel und zerstörbarer Umgebung sind die Spiele nicht mehr vergleichbar und für sich gesehen BEIDE großartige Shooter aus dem Genre Battle Royale. Und ich werde nicht aufhören, PUBG zu spielen und kann jedem raten, ebenfalls PUBG eine Chance zu geben ebenso wie jeder Fortnite: Battle Royale eine Chance geben sollte.

 

Wenn noch einige Fixes, Balance-Patches und Features hinzugefügt werden, dann haben wir es hier mit einem richtigen und vollwertigen Spiel zu tun. Ich bin gespannt, wo die Reise von Epic Games Battle Royale-Modus noch hingeht.Habt ihr auch schon erste Gehversuche in Fortnite: Battle Royale gewagt? Wie sind eure Erlebnisse, teilt sie uns mit! Wollt ihr mehr zu Fortnite, dem Hauptspiel hinter dem Modus, wissen? Schaut in unsere Preview rein, denn außer dem Gameplay unterscheiden sich die beiden Modi nicht!

the author

Schon mit drei Jahren auf dem Schoß meines Vaters den Flugsimulator 2000 gespielt, mit fünf Jahren hatte ich bereits meinen ersten, eigenen PC. Gaming war für mich schon immer mehr als ein Hobby. 

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6 Readers Commented

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  1. Dennis Lücke
    Dennis Lücke on 29. September 2017

    Ich würde sagen es ist eine gute „Ich weiß noch nicht ob ich mir PUBG kaufen soll Version“ aber die Hitboxen wie das Aimen sind mir zu ungenau & die Map wirkt für mich für 100 Spieler viel zu klein noch dazu findet man alles Loot immer an den selben stellen was für mich zu sehr dafür sorgt das einige Spieler viel zu sehr einer einzigen Waffe hinterher rennen eine Random Loot verteilung erscheint mir hier besser angebracht

  2. Marlon Sander
    Marlon Sander on 29. September 2017

    Wir nehmen eine Idee von jemanden, überarbeiten diese nur geringfügig, machen bunte Maps und Komik grafik damit es auf JEDEM rechner flüssig Läft, und BOOM machen wir geld.

  3. Tobias Reich
    Tobias Reich on 29. September 2017

    nein, weil bunt

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