Review: The Evil Within 2 von -Oktober 20th, 2017 at 6:35 pm

Pro

  • Tolles Leveldesign
  • Erstklassiges Monster- & Bossdesign
  • Sehr gute Soundkulisse
  • Gelungene deutsche Synchronisation
  • Überarbeitetes Skillsystem
  • Gut umgesetzte Stealthmechanik
  • Bedrückende Atmosphäre

Contra

  • Gelegentlich auftretende Glitches
  • Stealthmechanik allerdigs auf Dauer etwas eintönig

The Evil Within 2 hat uns auf ganzer Linie überzeugt. Sowohl die die Open-World, als auch die neuen und überarbeiteten Spielmechaniken machen Spaß und passen hervorragend in das Horror-Survival Setting.

Ziemlich genau drei Jahre nach Teil Eins erschien nun mit The Evil Within 2 endlich die heiß ersehnte Fortsetzung zu Shinji Mikami’s Horrortrip.

Gibt es ein passenderes Veröffentlichungsdatum für The Evil Within 2 beziehungsweise generell für ein Horrorspiel, als einen Freitag, den 13.? Vermutlich nicht. Das dachte sich wahrscheinlich auch Shinji Mikami und veröffentlichte somit am 13. Oktober die erste Fortsetzung. Die Erwartungen an den Titel sind entsprechend hoch, denn Mikami ist weiß Gott kein unbeschriebenes Blatt. Schließlich ist er quasi der Erfinder der Resident Evil Reihe und hat somit das Horror-Survival Genre stark geprägt. Mit The Evil Within versuchte er vor guten drei Jahren einen neuen Vorstoß in eben diesem Genre. Der Titel wurde von Spielern und Presse zwar relativ gut aufgenommen und bewertet, hatte aber auch mit dem einen oder anderen Manko zu kämpfen. Mit Teil Zwei soll nun alles besser werden. Ob ihm dieses Unterfangen geglückt ist und The Evil Within 2 in die Nähe des Genrethrons gelangen kann, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Bericht.

 

Das Leben geht weiter

 

Zuvor sollte man auf jeden Fall erwähnen, dass man den Vorgänger nicht zwingend gespielt haben muss, um The Evil Within 2 genießen und vor allem verstehen zu können. Die Handlung an sich ist komplett in sich geschlossen. Allerdings runden diese das ganze etwas ab. Im Laufe der Geschichte fallen immer mal wieder Anspielungen auf den ersten Teil. Aber wie bereits beschrieben, kann man die Fortsetzung auch komplett ohne Vorkenntnisse sehr gut spielen.

 

 

 

 

Jahrelang belogen

Teil Zwei setzt demnach knappe drei Jahre nach den Geschehnissen aus dem ersten Teil an. Wie bereits im Vorgänger schlüpfen wir wieder in die Haut von Sebastian Castellanos. Nach einem Alptraum, in dem wir vergeblich versuchen, seine Tochter Lilly aus den Flammen seines Hauses zu retten, erwachen wir in einer Kneipe. Immer noch vom Traum und Alkohol benebelt, sitzt uns plötzlich Juli Kidman gegenüber, welche ebenfalls bereits im Vorgänger eine große Rolle gespielt hat. Diese offenbart uns, dass unsere totgeglaubte Tochter doch nicht in den Flammen umgekommen ist. Stattdessen wurde sie von Mobius, einer geheimen und nicht ganz legitimen Organisation, entführt. Diese benutzt Lilly, um eine neue Art des Stem Programms zu betreiben. Jahrelang lief alles gut, bis vor kurzem der Kontakt in der Gedankenwelt abbrach und sie nicht mehr auffindbar war. Da sie ein wichtiger Bestandteil der in den Gedanken der Probanten existierenden Stem Welt ist, droht nun das neue Programm in sich zusammen zu fallen. An dieser Stelle kommen wir, beziehungsweise Sebastian, ins Spiel, denn wer eignet sich besser dafür Lilly zu finden als ihr eigener Vater.

 

Schaurig schön

 

idTech at it’s best

Damit ein Horrorspiel seine volle Wirkung entfalten kann, muss natürlich auch die Optik stimmen. Während damals noch eine leicht modifizierte idTech 5 zum Einsatz kam, benutzt das Entwicklerteam nun die eigene STEM Engine. Diese ist aber nicht komplett neu erschaffen worden, sondern basiert immer noch in gewissen Zügen auf der idTech Engine. Die Texturen sehen meist sehr gut und hoch aufgelöst aus. Matschige Texturen konnte man nur ganz selten erkennen und meist waren diese auch lediglich an Stellen, welche einem beim normalen Spielen überhaupt nicht auffallen würden. Vor allem aber beim Gegnerdesign hat The Evil Within 2 unserer Meinung nach ordentlich zugelegt. Selbst die Standardgegner strotzen nur so vor kleinen, aber feinen Details. Vor allem jedoch die im späteren Spielverlauf auftauchenden Monster und Bossgegner sind so abgedreht, dass man sich schon wundert, wessen kranken Hirn diese Ideen entsprungen sein könnten. Neue Wege bestreitet The Evil Within 2 auch beim Leveldesign. War der Vorgänger noch ziemlich linear aufgebaut, befinden wir uns nun nach kurzer Zeit bereits in einer Kleinstadt, welche nach Herzenslust erkundet werden darf. Das hat uns auf jeden Fall sehr gefallen.

 

 

 

 

Ebenfalls gefreut haben wir uns über das Fehlen der Letterbox Balken und dem FPS Lock. Zwar wurden diese beiden „Features“ beim Vorgänger einige Wochen nach der Veröffentlichung wieder entfernt, trotzdem merkte man, dass man es teilweise mit einem schlechten Konsolenport zu tun hatte. Höchst wahrscheinlich ist es auch bei Teil Zwei der Fall, allerdings merkt man es der PC Version dieses Mal lange nicht so sehr an. Wie am PC üblich kann man in den Grafikeinstellungen auch wieder einige Optionen anpassen, sofern einem vielleicht ein paar FPS fehlen sollten. Grundsätzlich macht die Gesamtperformance aber einen ganz guten Eindruck, so dass man nicht unbedingt ein High-End Rechner zu Hause stehen haben muss, um auch auf höheren Details flüssig spielen zu können.

 

Unbekanntes Signal aufgefangen

 

Wie bereits erwähnt verlassen wir relativ früh den linearen Levelaufbau und betreten die fiktive, lediglich im STEM existierende, Kleinstadt Union. In dieser, aus mehreren Teilen bestehenden, Stadt können wir uns relativ frei bewegen und demnach selbst entscheiden, welchen Weg wir einschlagen. Neu ist auch, dass es ab hier nicht nur den eigentlichen Storypfad gibt, sondern wir auch über den einen oder anderen Nebenauftrag stolpern. Durch den Kommunikator, welchen wir während unserem ersten Besuch im Saferoom erhalten, empfangen wir in unregelmäßigen Abständen diverse Signale. Diese führen zum Teil zu den eben beschriebenen Nebenmissionen, zum anderen Teil aber auch zu wichtigen Ressourcen.

 

 

 

 

Do-It-Yourself Held

Apropos Saferoom, natürlich ist auch dieser, bereits aus dem Vorgänger bekannte, Rückzugsort in ähnlicher Form wieder mit von der Partie. Hier können wir an einer Werkbank unsere Waffen verbessern oder neue Munition und Verbrauchsgegenstände herstellen. Das Herstellen klappt zwar auch unterwegs, verbraucht an der Werkbank jedoch wesentlich weniger Ressourcen. Auch das Skillen der verschiedenen Fähigkeiten ist im Saferoom wie gehabt möglich. Sogar der altbekannte, an ein Folterinstrument erinnernde, Stuhl feiert seine Rückkehr.

 

Jede Kugel zählt

 

In klassischer Horror-Survival Manier streifen wir nun umher und versuchen unsere Tochter zu retten. Dabei steht uns im Laufe der Zeit natürlich das eine oder andere Schießeisen zur Verfügung. Angefangen bei einer Handfeuerwaffe gibt es aber auch Schrotflinten, eine Art Armbrust oder auch ein Scharfschützengewehr. Für Letzteres muss man jedoch beispielsweise erst einmal die passenden Teile finden, um dieses reparieren zu können. Wer bei einem solchen Waffenarsenal jedoch denkt, er könnte im Rambo Style alles über den Haufen ballern, der irrt sich gewaltig. Wie in diesem Genre üblich, ist Munition absolute Mangelware. Jeder Schuss sollte wohl überlegt sein, nicht nur weil es in der Nähe befindliche Gegner anlocken könnte, sondern vielmehr auch, weil ein Fehlschuss fatale Folgen haben könnte.

 

 

 

 

Auf leisen Sohlen

Um Munition zu sparen, legt The Evil Within 2 viel Wert auf ein leises Vorgehen. Dazu wurde die Stealthsteuerung komplett überarbeitet. Man schleicht umher, versteckt sich hinter Kisten und tötet Gegner fast lautlos ohne auch nur eine Kugel verschwenden zu müssen. Dieses Vorgehen macht auch eine ganze Weile Spaß. Allerdings muss man ehrlicherweise sagen, dass die Spielmechanik ab ungefähr der Hälfte des Spiels auch etwas mühselig wurde, so dass wir doch des Öfteren Mal zur Waffe gegriffen haben, um das Ganze zu beschleunigen. Trotzdem ist das Stealthsystem wirklich gut ins Spiel integriert.

 

Bei unseren Streifzügen durch Union sind uns aber auch ein paar kleinere Bugs beziehungsweise Glitches begegnet. So sind wir unter anderem beim Aufheben mancher Items ein, zwei Meter in eine andere Richtung geglitcht. Aber auch beim Hinunterklettern von Autos oder Kisten sind wir des Öfteren mal ein paar Meter nach vorne katapultiert worden. An sich waren aber keine gravierenden Bugs und Glitches dabei. Allerdings tauchten einige von ihnen schon vermehrt auf, sodass wir diese stellenweise schon als etwas störend empfanden.

 

Jetzt gibt’s auf die Ohren

 

Neben der Grafik und dem Leveldesign trägt natürlich auch die Soundkulisse einen erheblichen Teil zur Atmosphäre eines Spieles bei. Bei diesem Punkt muss sich The Evil Within 2 ebenfalls nicht verstecken. Im Gegenteil, wenn man durch die Gegend schleicht und dann die fiesen, nicht zu definierenden Laute hört, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Vor allem in Verbindung mit Surround-Sound ist es einfach eine Wucht.

 

 

 

 

Mit voller Stimme

Aber nicht nur die Monster klingen gut, auch die verschiedenen NPC’s sind toll vertont, selbst in der deutschen Sprachausgabe. Natürlich leidet bedingt dadurch ganz klar die Lippensynchronität. Auch hätten wir uns in einigen wenigen Szenen vielleicht ein kleines bisschen mehr Emotion in der Stimme gewünscht. Nichtsdestotrotz kann man The Evil Within 2 ganz ohne schlechtes Gewissen mit der deutschen Sprachausgabe spielen und genießen.

 

Fazit

 

Nachdem uns bereits der Vorgänger sehr gut gefallen hat, konnte The Evil Within 2 auch die hohen Erwartungen locker erfüllen. Besonders der Open-World Ansatz hat uns sehr gut gefallen. Das Spiel schafft eine unglaublich bedrückende Atmosphäre, was zum einen dem tollen Level- und Gegnerdesign, zum anderen aber natürlich auch der überragenden Soundkulisse geschuldet ist. Auch die Geschichte weiß zu gefallen und lässt gleichzeitig die verschiedenen Charaktere nicht ganz so blass wirken, wie es noch im Vorgänger war. Und apropos Vorgänger, diesen muss man, wie bereits erwähnt, nicht zwingend gespielt habe, um die Story aus Teil Zwei verstehen zu können. Allerdings könnte ein wenig Hintergrundwissen natürlich nicht schaden.

 

 

 

 

Neues und Altbekanntes

Gameplaytechnisch hat sich dabei gar nicht so viel verändert. Wie man es von einem Horror-Survival Spiel gewohnt ist, sind Ressourcen und Munition knapp bemessen. Einfaches durchballern dürfte also eher weniger zum Ziel führen. Spürbar überarbeitet wurde hingegen die Stealthmechanik. Diese geht locker von der Hand und lässt uns gleichzeitig jede Menge Munition sparen. Auch das Skillsystem wurde etwas angepasst und wirkt nun alles in Allem etwas runder.

 

Grundsätzlich gibt es eigentlich auch kaum was zu kritisieren. Ok, vielleicht ist das andauernde Rumschleichen auf Dauer etwas öde, vielleicht reißen uns die gelegentlich auftretenden Glitches etwas aus der Immersion des Spiels, aber wirklich großartig ins Gewicht fallen tun sie unserer Meinung nach nicht. Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß mit The Evil Within 2 und können euch den Titel wärmstens ans Herz legen.

Review: The Evil Within 2
the author

Ich zocke eigentlich so ziemlich alles an Action Kram, was mir in die Finger kommt, bevorzugt natürlich Shooter und Action Adventure wie beispielsweise Battlefield und die Tomb Raider Reihe. Allerdings bezeichne ich mich auch gern mal als Teilzeit-Videospiel-Masochist, da auch Bloodborne und die Dark Souls Reihe mir schon hunderte Stunden meiner Lebenszeit geraubt haben. Aber diese Stunden waren es wirklich wert! Praise the sun!

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