Die offene Beta von Battlefield 2042 ist im vollen Gange. Wir haben uns ebenfalls auf EAs neusten Streich gestürzt und verraten euch, wie unser erster Eindruck lautet.

 

Battlefield 2042 soll am 19.11.2021 auf allen Plattformen veröffentlicht werden. Durch die teils offene Beta wird das Spiel auf dem ersten Spiel- und Serverstresstest erprobt. Ob sich das Spiel in Zukunft lohnt, möchten wir in unserer Preview zumindest ein wenig definieren. Unsere Preview basiert auf den Erlebnissen am PC mit und ohne Crossplay. 

 

Der Einstieg

 

In der Beta wurde nur die Karte Orbit im Modus Eroberung angeboten. Somit ist die Preview recht limitiert in einer möglichen Beurteilung von Diversitäten des kommenden Spieles. Dennoch ist der Start so klassisch, wie man es eben kennt: es gibt zwei große Teams, die von ihren Hauptbasen aus starten und schon beginnt der Lauf um die Punkte.

 

Mit eingestellten 1500 Tickets ist die Spielrunde auch ausreichend lang, um sich auf der riesigen Map einmal umzusehen und herauszufinden, was so alles möglich ist und was dort überhaupt existiert. Zu dem Spielmodus Eroberung müssen wir an sich nicht sonderlich viel sagen: Es gilt Bereich zu erobern und zu verteidigen, also nichts, was wir nicht schon kennen. 

 

Am Beispiel von Orbit sind zwei Distrikte mit jeweils zwei Checkpoints versehen. Erst nach der vollen Eroberung des Distriktes werden die Ticktes des Gegners eliminiert. Die Map ist groß und weiteläufig, was sehr an Rogue Transmission oder Kaspische Grenze erinnert. Neben einem Hauptkomplex, der sich über die Punkte B, D und E, verteilt, sind auf der restlichen Karte Gebäudekomplexe auf viel Fläche und grüner Flora besiedelt. Wirkliche Highlights sind nicht zu sehen. Es ist eine Spielkarte wie viele schon bekannte aus dem Battlefield Franchise.

Die von EA geworbenen Ereignisse auf Orbit konzentrieren sich auf den Start und oder den Fehlstart der Space X Rakete. Entweder sie startet und fliegt in die Höhe, oder sie explodiert beim Start und reißt den Eroberungspunkt E auseinander. Es gibt auch Runden, bei denen nichts passiert und die Orbit Rakete dumm aus der Wäsche guckt, wenn sich die Spieler/innen gegenseitigen den digitalen Tod holen.

 

Wettertechnisch erwartet uns ein Sturm, der den Himmel verfinstert und kleine und große Regentropfen auf uns Spieler herablässt. Weitere „Naturkatastrophen“ konnten im Zeitraum des Tests nicht ermittelt werden. Generell finden wir das Levolution-Erlebnis wie aus Battlefield 4, wodurch sich das Spielerlebnis kaum verändert. Es ist schön anzusehen, aber letztlich auch fast schon ein Standard-Repertoire des Franchises. Die Frage ist dann nur: Will man unbedingt mehr?

 

 

Das Gameplay

 

 

Insgesamt finden 128 Spieler in einem Match Platz. Wenn die Spieleranzahl nicht ausreicht, werden KI´s ins Spiel implementiert. Diese sind am Beinamen (AI) zu identifizieren. Sonderlich fähig wirkten diese nicht, aber eine absolute Dummheit der KI wurde jetzt auch beim Test nicht gesehen. Die sind in der Regel Kanonenfutter und bringen eine gewisse Fülle, damit das Spielerlebnis bei solch großen Karten nicht verloren geht. Ein bekanntes Rezept aus Battlefront 2.

 

Die Hauptkämpfe konzentrieren sich jedoch sehr auf die Punkte B, D, E und C. Da geht der Punk ab. An das neue Interface und die HUD-Bedienung muss man sich zunächst gewöhnen. Es vermischt Bekanntes mit Neuem, sodass es seine Zeit braucht, sich darin zurechtzufinden. Aber irgendwann hat man auch hier den Dreh raus. 

 

Spielerisch fühlt es sich an wie ein Battlefield. Neu hinzu kommen jedoch Spurt- und Rutschmechaniken, die allerdings nicht aufgesetzt wirken. Die Umgebung ist wie gewohnt relativ stark zerstörbar, doch tatsächlich wäre etwas mehr auch nicht schlecht gewesen. Hier hat sich also im Vergleich nicht sonderlich viel getan. 

 

Besonders hervorzuheben ist allerdings der Waffensound, der uns um die Ohren dröhnt, sobald wir den Trigger betätigen. Das kann Battlefield einfach und das beweisen die Entwickler auch erneut. Sowohl die Waffen als auch die Fahrzeuge und die Umgebungsgeräusche klingen sehr stimmig und fliegen gut ins Spielerlebnis ein. So macht es Spaß!

Die Klassen und ihre Gadgets

 

Waaaas, es gibt keine Klassen mehr? Tja, ist so. Statt Klassen wie Supporter, Mechanic, Sniper und Sani kann jetzt jeder alles sein. Der Individualismus setzt für jeden Spieler keine Grenzen mehr. Du möchtest ein Sanitäter mit einem Scharfschützen Gewehr und einer Anti-Air Rakete sein? Gib’s dir.

 

Bis auf die speziellen Gadgets der jeweiligen „Helden“ kann jeder Spieler jede Waffe auswählen und jedes zusätzliche Item mitnehmen. Die Auswahl kann nach jedem Tod spontan ausgewechselt und angepasst werden. Dies bringt schon eine gewisse Dynamik herein. Wenn dein Squad gerade jemanden braucht, der ein Medic ist und einen Raketenwerfer bedienen kann, um ein feindliches Fahrzeug zu zerstören, kann dies mit zwei Klicks vor einem Respawn passieren. An sich eine super Idee, aber auf diese Weise verliert sich die  differenzierte Aufteilung der Spieler im Squad und somit auch die Aufgabe des jeweiligen Spielers.

 

Aus früheren Battlefield Spielen hat man sich seine Klassenfähigkeiten ausgepickt und somit das Squad verstärkt. Squad Boni wie aus Battlefield 4 sind ebenfalls nicht mehr verfügbar bzw. die Beta bot solche Squadverstärkungen nicht an. Wie man es macht, alle kann man damit nicht zufrieden stellen. Die Dynamik und die individuelle Anpassung seines eigenen Spielstiels ist jedoch herrlich.

 

Im Match könnt ihr zusätzlich das Loadout eurer Primärwaffe per Tastendruck T verändern, was ebenfalls eine schöne Dynamik ins Spiel setzt. Statt nur auf Kurz-, Mittel- oder Ferndistanz-Waffen zu setzen, könnt ihr durch den schnellen Aufsatzwechsel von Mittel- auf Ferndistanz wechseln und wieder zurück. Das hat erstaunlich gut funktioniert und bot dem Spieler die Möglichkeit unterschiedliche Situationen besser zu korrigieren. Dieses Feature ist angenehm und macht Spaß.

 

Je nach Verfügbarkeit könnt ihr durch den Tastendruck B auch noch Bodenfahrzeuge oder einen Robohund also Unterstützung anfordern.

Die Betafails

 

Die Gameplay-, Grafik- und Serverbugs waren immens spürbar und das für einen Titel, der in knapp 1 ½ Monaten veröffentlicht werden soll. Sieht – naja – nicht so dolle aus. Mechaniken, wie das Spotten von Spielern auf Q waren nur semi-gelungen. Die Map per Tastendruck M zu öffnen funktionierte gar nicht. Dazu kamen Glitsches soweit das Auge reicht.

 

So war es möglich während der Downphase das Gewehr nachzuladen und sich einen Stimmboast zu verpassen. Daneben war allerdings auch die Auswahl das Squads sehr katastrophal und unübersichtlich. Delays traten beim Respawn auf und teilweise war auch das vollständige Interface kaputt. Das gilt es noch zu fixen, bevor Battlefield 2042 erscheinen soll.

 

Fazit

 

Das Ergebnis fällt eher nüchtern aus. Die „Neuerungen“ in den Klassen, bei den Gadgets und dem Spawn System von Gadgets/Fahrzeugen bringt Abwechslung ins Spiel, aber reißen keine Bäume heraus. Das dynamische Waffenmodulsystem ist eine überraschend angenehme Änderung und lässt dich als Spieler divers zocken. Diese Erneuerung hat definitiv einen positiven Eindruck hinterlassen.

 

Die Abschaffung der klassischen Klassen ist gewöhnungsbedürftig, denn jeder kann gefühlt alles sein, was auf jeden Fall Abwechslung bringt und dich als individuellen Gamer noch mehr ausmacht. Generell hätten uns die klassischen Spielerklassen doch mehr gefallen, da ein Squad aus festen Fähigkeiten besteht und so sehr gut agieren kann. Gelegenheitsgamer werden jedoch mit diesen Klassen-/Heldenformat besser was anfangen können.

 

Die Rechnerleistung muss schon ordentlich was wegstecken. Gamer von Low-Gen Rechnern werden entweder nicht die Möglichkeit haben, Battlefield 2042 spielen zu können oder mit gewaltigen Abstrichen rechnen müssen. Trotz einer Ultraeinstellung mit einer NIVIDIA GeForce RTX 2070 sah das Game kantig, verwaschen und pixelig aus.

 

Ob man dies wirklich für ein Next-Gen Game haben möchte, ist fraglich. Da die GraKa-Preise durch die Pandemie und Bitcoinmining explodiert sind, lohnt sich ein Kauf einer besseren GraKa „nur“ für Battlefield 2042 ehrlich gesagt eher nicht.

 

Zusammenfassend erfolgte der Einstieg in die Beta mit geteilten Gefühlen. Auf der einen Seite ist die Freude groß über ein neues Battlefield in einem modernen Setting und mit ein paar Goodies, doch auf der anderen Seite ist vieles Ähnlich und fast schon ausgelutscht. In einer Truppe oder in einem Clan mit regelmäßigen Matches kann dieser Titel definitiv Spaß machen, doch als Einzelspieler wird das schwierig. Eine klare Kaufempfehlung während der Beta und unserer Preview bleibt erstmal offen.

 

Wie hat euch die Beta in Battlefield 2042 bislang gefallen? Alle Infos zum Spiel gibt es hier.

the author

Seit 2014 Content-Managerin und Quoten-Mädchen in der Männertruppe. Verrückt nach Bioshock und anderen Shootern, verliebt in Tee, Bücher, Serien und Konnichiwa. Glaubt manchmal, versehentlich in Asien bei der Geburt vertauscht und nach Deutschland verfrachtet worden zu sein. Ohorat? Ohorat.